Weidebauch reduzieren

Ein dicker harter Bauch bei einem Pferd sieht manches Mal ein wenig unästhetisch aus. Das gilt vor allem, wenn bei dem Pferd ein dicker Bauch zu sehen ist, aber gleichzeitig die Rippen hervorgucken. Abgesehen davon, dass ein Weidebauch, Heubauch oder Strohbauch unästhetisch wirkt, ist ein dicker Bauch auch ein unnötiges Gewicht, welches Gelenke und Leistungsfähigkeit des Pferdes beeinträchtigen.

Weidebauch was tun Ein Grasbauch ist in der Regel nicht gefährlich. Allerdings ist bei einem dicken Bauch bei einem Pferd folgendes abzugrenzen: das Pferd hat einen Weidebauch (Grasbauch) oder Heubauch oder bei einem Pferd liegt ein aufgeblähter Bauch beispielsweise durch eine Aufgasung vor.
Das ist ein wichtiger Unterschied, denn ein aufgeblähter Bauch bei einem Pferd infolge Gas ist sehr gefährlich, während der Grasbauch (Weidebauch) bei einem Pferd normalerweise nicht gefährlich ist und häufig vorkommt. Im Zweifel sollte also bei einem Pferd mit Blähbauch oder wenn Pferde einen extrem dicken Bauch haben lieber einmal zu viel als einmal zu wenig ein Tierarzt gerufen werden.

Ein Grasbauch, Heubauch oder Weidebauch bei einem Pferd entsteht durch einen hohen Wassergehalt im Darm des Pferdes. Wenig verholzte Pflanzen haben eine hohe Wasserbindungsfähigkeit, so dass ein teilweise erheblicher Wasseranteil an die Futterbestandteile im Darm (und zwar vor allem im Dickdarm) gebunden ist. Wenig verholzte Pflanzen sind junges Gras oder früh geschnittenes Heu beziehungsweise Heulage. Daher kommt es gerade bei der Weidezeit im Frühjahr nach dem Anweiden oder im frühen Sommer zu einem Weidebauch (oder auch Grasbauch genannt).

Ein dicker Bauch entsteht durch die hohe Wasserbindungsfähigkeit von früh geschnittenem Heu oder Heulage. Daher kann auch ein Pferd, welches mit Heu oder Heulage gefüttert wird und nicht auf der Weide steht, einen dicken Bauch bekommen.

Bei stärker verholztem Futter wie überständigem Gras, Stroh, spät geschnittenem Heu oder spät geschnittener Heulage kann es zu einem sogenannten Strohbauch oder Heubauch kommen. In diesen Fällen wird kein Wasser an die Futterpartikel angelagert, da stärker verholztes Futter nur eine geringe Wasserbindungsfähigkeit besitzt. Dafür befinden sich größere Mengen an unverdaulichen Bestandteilen im Darm, die ebenfalls bei einem Pferd zu einem dicken Bauch führen. In diesem Fall wird das dann aber beim Pferd Heubauch oder Strohbauch genannt.
Ein Strohbauch bei einem Pferd ist zunächst einmal noch nicht gefährlich. Allerdings kommt es häufiger vor, dass die Pferde durch eine übermäßige Aufnahme von Stroh eine Verstopfungs - Kolik bekommen können.

Ein dünnes altes Pferd und ein dicker Bauch beziehungsweise ein Pferd, welches mager ist und ein dicker Bauch zu sehen ist, steht definitiv nicht gut im Futter. Im Gegenteil, diese Pferde bekommen zu wenig Energie bei einer gleichzeitigen suboptimalen Futterzusammensetzung. Ein Pferd, bei dem ein dicker Bauch zu sehen ist und welches sonst dünn ist, benötigt dringend eine andere Fütterung.

Weidebauch reduzieren Egal, ob dünnes Pferd und dicker Bauch oder normalgewichtiges Pferd und dicker Bauch: gegen einen Weidebauch kann man was tun.
Zum einen ist bekannt, dass Bewegung die Wassermenge im Dickdarm eines Pferdes verringert. Durch eine körperliche Auslastung kann man also schon einen Weidebauch reduzieren.

Bei der Fütterung von Heu sollte nicht zu früh und nicht zu spät geschnittenes Heu verwendet werden. Da in der Regel aber auf die Heuqualität in einem Pensionsstall wenig Einfluß genommen werden kann, ist eine spezielle Fütterung, die auf das Reduzieren eines Weidebauchs ausgerichtet ist, möglicherweise auch hilfreich.

Weidebauch - was tun?
Die effektivste Art und Weise der Bekämpfung eines Weidebauchs ist natürlich die Elimination oder Reduktion der auslösenden Futtermittel. Mit anderen Worten: wenn das Pferd weniger auf der Weide steht und statt dessen qualitativ sehr hochwertiges Heu bekommt, wird auch der Weidebauch reduziert. Eine Begrenzung der Weidezeit ist aber nun wirklich das Letzte, was wir unserem Pferd antun wollen.
Daher hilft es also nur, die Bedingungen für eine Wasserspeicherung im Darm so weit wie möglich zu reduzieren.

Eine größere Kraftfuttermenge reduziert die Menge an Weidegras, die ein Pferd frisst. Ist also bei einem Pferd ein dicker Bauch, aber auch die Rippen zu sehen, wird energiereiches Futter wie Mais oder Rübenschnitzel gefüttert. Heu muss in der benötigten Mindestmenge vorgelegt werden.
Soll das Pferd nicht zunehmen, muss gezielt der Rohfaseranteil in der Ration erhöht werden. Außerdem ist eine körperliche Auslastung soweit wie möglich zu realisieren.

Damit die Leistungsfähigkeit neben dem Weidebauch nicht zusätzlich noch durch Fehlversorgungen mit Nährstoffen beeinträchtigt wird, muss auch die Versorgung mit Mengenelementen, Spurenelementen und Vitaminen korrekt sein. Häufig kommt es durch unangepasste Verwendung von Mineralfuttern zu Nährstoff-Imbalancen, die ein Pferd zusätzlich zum Weidebauch belasten.

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Quellen:

„Pferdefütterung“, Meyer, Coenen, Vervuert, 2014
Foto1: "Es schmeckt!" von dumpty91, Some rights reserved, www.piqs.de
Foto2: "Pferdeparadies" von Gudrunursula, Some rights reserved, www.piqs.de


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