Hund Übergewicht Ernährungsplan

Über das ideale Gewicht von Hunden haben sich schon so manche Besitzer gegenseitig die Köpfe eingeschlagen. Der eine Besitzer zieht einen schlanken, eher mageren Hund wie beispielsweise die Windhunde vor. Der nächste Besitzer liebt einen Hund mit mehr Masse, beispielsweise einen Labrador aus Show-Linien. Daher ist zunächst einmal die Frage zu beantworten, wann überhaupt Übergewicht bei einem Hund vorliegt, so dass er eine Diät benötigt.

Ist mein Hund zu dick? Übergewicht beim Hund erkennen
Um Übergewicht bei Ihrem Hund zu erkennen, hilft Ihnen der Body Condition Score (siehe Bild). Betrachten Sie Ihren Hund objektiv - können Sie von oben eine Taille hinter den Rippen erkennen? Die letzte Rippe ist sichtbar? Dann ist alles super - ihr Hund hat eine Traumfigur wie die Hunde auf den beiden Fotos und ist nicht zu dick!

Hund Übergewicht erkennen: ist mein Hund zu dick?
Wenn Sie keine Taille (eine Einschnürung hinter dem Rippenbogen), die letzte Rippe nicht sehen sowie die Bauchlinie von der Seite gesehen nicht Richtung Becken ansteigt, leidet Ihr Hund unter Übergewicht (ist also zu dick) und benötigt eine Diät zum Abnehmen.

Nun liegt die Frage nahe: Warum leidet mein Hund unter Übergewicht?
Die Ursachen von Übergewicht beim Hund sind entweder einfach zu viel Hundefutter, ein zu geringer Energieverbrauch oder es stecken Krankheiten hinter dem Übergewicht beim Hund.

Zu viel Hundefutter
Ein zu viel an Hundefutter führt logischerweise zu Übergewicht; der Hund ist zu dick. Besonders tückisch ist dabei Hundefutter in Form von Trockenfutter: dadurch, dass das Wasser fehlt, wirkt die Futtermenge sehr klein. Eine größere Portion lässt den Hund aber sofort dick werden.
Manchmal ist es aber nicht das Haupt - Hundefutter, was den Ausschlag für das Übergewicht gibt und den Hund zu dick werden lässt, sondern das "bisschen" Futter, was nebenbei noch gegeben wird: Leckerchen (sind manchmal seeehr energiereich!), Essensreste, Kauknochen, Markknochen und so weiter. Diese Zusatzleckereien liefern in der Summe so viel Energie, dass der Hund dick geworden ist und die überflüssigen Pfunde mit Hilfe einer Diät wieder abnehmen muss. Um das Übergewicht bei einem Hund, welcher zu dick ist, zu reduzieren, sollten also bei der Diät alle Leckerli auf ein absolutes Mindestmaß reduziert werden. Außerdem ist es sinnvoll, bei der Diät die täglich gefütterte Menge an Leckerli von der Tagesration Hundefutter abzuziehen, damit man eine Chance hat, das Übergewicht bei einem Hund reduzieren zu können. Natürlich darf auch das Hundefutter an sich im Rahmen einer Diät nicht zu viel Energie enthalten, sonst kann der Hund nicht abnehmen.

Zu geringer Energieverbrauch
Ihr Hund ist kastriert? Dann befinden Sie sich in bester Gesellschaft mit anderen Besitzern von übergewichtigen und kastrierten Hunden: durch die Kastration fallen die Geschlechtshormone weg, die sonst schon allein durch ihre Anwesenheit zu einem erhöhten Energieumsatz führen. Außerdem sind nicht kastrierte "intakte" Hunde (sowohl Hündinnen als auch Rüden) aktiver, das heißt sie bewegen sich mehr als kastrierte Artgenossen.
Natürlich haben aber auch "normale" nicht kastrierte Hunde, die sich nicht ausreichend bewegen (oder bewegt werden!) einen geringeren Energieverbrauch. Wenn ein Hund einen geringeren Energieverbrauch als der Durchschnitt der Hundepopulation hat, kann die Fütterung von Hundefutter mit normalem Energiegehalt schnell zu Übergewicht führen, welches der Hund mit einer Diät wieder abnehmen muss.

Krankheiten, die zu Übergewicht beim Hund führen
Nicht immer ist zu energiehaltiges Hundefutter oder zu geringe Bewegung für einen Hund, der zu dick ist, verantwortlich. Auch infolge von Erkrankungen kann ein Hund zu dick werden.

Dies sind:
- Cushing Syndrom
- Insulinom (Tumor der Bauchspeicheldrüse)
- Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose)
- Nebenwirkung mancher Medikamente (therapierte Epilepsie)

Mein Hund muss abnehmen - was füttern?
Einen Hund auf Diät zu setzen, indem man einfach Hundefutter mit normalem Energiegehalt in geringerer Menge füttern möchte: diese Diät - Maßnahme, um das Übergewicht von einem Hund zu reduzieren, hat verschiedene Nachteile.
Zum einen würde eine geringere Futtermenge, als vom Hersteller von dem verwendeten Hundefutter empfohlen, dazu führen, dass die Nährstoffversorgung des Hundes zu gering ist; zum anderen plagt den armen Hund, welcher Abnehmen soll, ein ausgeprägtes Hungergefühl durch die geringe Menge an täglich gefütterten Hundefutter während der Diät.

Daher gibt es als Hundefutter eine Reduktionsdiät, die wenig Energie enthalten soll, dabei aber eine korrekte Nährstoffversorgung gewährleisten und sättigen soll. Solch eine Reduktionsdiät ist für einen Hund mit Übergewicht als Diät geeignet, damit der Hund abnehmen kann.
Bei der Produktsuche von Hundefutter für eine Diät sollte beachtet werden, dass manche Nassfutter auf den ersten Blick nur scheinbar einen geringeren Energiegehalt haben, weil die Energie auf die Gesamtmenge des Futters – also inklusive des enthaltenen Wassers – angegeben wird. Ein Hundefutter mit 70% Feuchtigkeit hat unter Umständen mehr Energie als ein Hundefutter mit 78% Feuchtigkeit. Vergleichen Sie die Hundefutter - Produkte also kritisch auch im Hinblick auf den Wassergehalt, wenn Ihr Hund abnehmen soll oder zu Übergewicht neigt und deshalb eine Diät benötigt.

Ein Hund, welcher zu dick ist, muss mit Hilfe einer Diät wieder abnehmen:
Ein Hund mit Übergewicht muss, wie schon erwähnt, mit einer Diät (einem speziellen Hundefutter) gefüttert werden, die kalorienarm ist, damit der Hund, welcher zu dick ist, sein Übergewicht reduzieren, also abnehmen, kann. Wenn man einen Hund, welcher zu dick ist, zum Abnehmen auf Diät setzen möchte, orientiert man sich zum einen an bestimmten Energiegehalten im Hundefutter, die je nach Trockenfutter oder Nassfutter unterschiedlich sind.

Hund ist zu dick und muss abnehmen, welches Trockenfutter kann ich füttern?
Eine Reduktionsdiät (Hundefutter) für Hunde, welche zu dick sind und abnehmen müssen, sollte einen Energiegehalt von unter 1,6 MJ Umsetzbare Energie (382 kcal) pro 100g Trockenfutter für den Hund mit Übergewicht enthalten.

Hund muss abnehmen, welches Nassfutter für die Diät?
Hundefutter in Form von Nassfutter sollte für eine Diät unter 80 kcal pro 100g Hundefutter für den Hund mit Übergewicht enthalten, damit er erfolgreich abnehmen kann.

Hilfe, mein Hund ist zu fett! Was tun?
Neben einer Diät / Fütterung von kalorienarmen Hundefutter für übergewichtige Hunde ist Bewegung ausgesprochen wichtig, damit der Hund abnehmen kann. Die Intensität der körperlichen Auslastung sollte aber langsam gesteigert werden; ein Hund, der abnehmen muss, gerät ebenso wie ein Mensch, der abnehmen muss, schnell ins Schnaufen!

Steigern Sie im Rahmen der Diät langsam Tag für Tag die Länge Ihres Spazierweges. Unternehmen Sie mit Ihrem Hund kleine Fahrrad- oder Joggingtouren, die mit der Zeit immer länger werden können.
Vielleicht haben Sie und Ihr Hund aber auch Spaß an Suchspielen: lassen Sie doch einfach Ihren Hund sein Hundefutter erarbeiten, indem Sie es verstecken - zu Hause oder unterwegs. Fangen Sie mit einfachen Suchaufgaben an (Leckerli auf dem ebenen Weg oder auf einer Bodenerhöhung ablegen) und erhöhen langsam den Schwierigkeitsgrad (Leckerli im hohen Gras oder über der Kopfhöhe vom Hund). Das macht vielen Hunden viel Spaß, sie werden nicht nur körperlich, sondern auch kopfmäßig ausgelastet und nebenbei ist das Abnehmen bei der Suche nach dem Hundefutter ein angenehmer Nebeneffekt.

Hilfe, mein Hund ist zu fett: Hund Übergewicht reduzieren - aber wie? Wie nimmt mein Hund ab?
Natürlich muss ein Hund mit Übergewicht zum Abnehmen nicht zwingend im Rahmen der Diät mit Hundefutter in Form von Fertigfutter gefüttert werden.
Sehr gut lässt sich auch eine Reduktionsdiät zum Abnehmen für Hunde mit Übergewicht selber herstellen. So kann man ohne Probleme einen Hund mit Übergewicht zum Abnehmen beispielsweise barfen (Übergewicht Hund und Barf schließt sich nicht gegenseitig aus!) oder kalorienarm Kochen für Hunde. Allerdings sollte man sich bei dem Hundefutter oder Barf für übergewichtige Hunde an tierärztliche Diät - Rezepte halten.

Hund muss abnehmen - mit Barf möglich?! Kalorienarm Kochen für Hunde?!
Ausgesprochen wichtige Voraussetzung beim Barfen von einem übergewichtigen Hund beziehungsweise beim kalorienarm Kochen für Hunde ist eine korrekte Diät mit einem ausgewogenen Nährstoffgehalt. Das bedeutet, dass ein korrektes Protein-Energie-Verhältnis sowie ein korrektes Calcium-Phosphor-Verhältnis bei dem selbst gemischten Hundefutter eingehalten werden sollte. Alle Mengenelemente, Spurenelemente und Vitamine müssen mit der Diät bedarfsdeckend (= keine Überversorgung oder Unterversorgung) gefüttert werden. Dieser Nährstoffbedarf ist individuell unterschiedlich und muss vorher bestimmt werden. Wichtig ist auch der Rohfasergehalt im Hundefutter für einen Hund, der abnehmen soll, welcher im Rahmen der Diät nicht zu niedrig und nicht zu hoch sein darf. Ideal ist in Diät - Hundefutter für einen Hund, der abnehmen muss, ein Rohfasergehalt bei oder über 2% in der Trockensubstanz. Außerdem ist, wenn man einen Hund mit Übergewicht barfen oder kalorienarm für Hunde kochen möchte, natürlich der Energiegehalt der Barf - Diät. Beim Barfen von einem übergewichtigen Hund oder kalorienarm Kochen für Hunde, die zu dick sind und abnehmen müssen, sollte der Energiegehalt von dem Barf - Hundefutter beziehungsweise dem gekochten Hundefutter während der Diät jeden Tag deutlich unter dem Erhaltungsbedarf an Energie von dem jeweiligen Hund liegen! Der Erhaltungsbedarf an Energie von einem Hund, welcher zu dick ist, muss individuell bestimmt werden, da Faktoren wie Rasse, Geschlecht, Alter oder auch körperliche Auslastung eine wesentliche Rolle spielen.

Beim kalorienarm Kochen für Hunde oder beim Barf - Diätplan sollten energiearme Futtermittel für das Hundefutter verwendet werden. Dazu zählen mageres Muskelfleisch, Soja, Lunge, Magerquark und als Ballaststoffquelle Kleie, Nachmehl, Trockenschnitzel, Grünmehl oder Gemüse. Für einen Hund, der Abnehmen soll, ist Gemüse ein gut geeigneter Magenfüller und Ballaststoff-Lieferant in der Diät. Allerdings darf der Hund, der Abnehmen soll, auch nicht mit zu viel Gemüse im Verhältnis zu der Fleischmenge gefüttert werden, da der Ballaststoffgehalt und auch andere Nährwerte nicht zu hoch in der Ration enthalten sein dürfen.

Ein Hund der Abnehmen muss, darf in seinem Barf nur in geringerer Menge stärkehaltige Futtermittel wie Kartoffeln oder Nudeln sowie fettes Fleisch (beispielsweise Schaf, Ziege) beziehungsweise reines Fett fressen, da sonst der Energiegehalt für den Hund mit Übergewicht in der Regel zu hoch ist. Ein Hund der Abnehmen muss, darf daher auch Reis in nicht allzu hoher Menge fressen.

Wer beim Barfen mit einer Gewichtszunahme seines Hundes zu kämpfen hat, muss dringend den Energiegehalt des Barf überprüfen (lassen), da es viel schwieriger ist, einen Hund abnehmen zu lassen als das Gewicht zu halten!
Wer sich unsicher bezüglich der Zusammensetzung von dem Hundefutter beim Barfen von einem übergewichtigen Hund oder beim kalorienarm Kochen für Hunde ist, wer Sorge hat, dass sein übergewichtiger Hund mit wichtigen Nährstoffen über- oder unterversorgt wird, der kann Hilfe beim Futter-Tierarzt XaraVet erhalten.

Geben Sie sich ehrlich Mühe, damit Ihr Hund sein Übergewicht reduzieren / abnehmen kann: Übergewicht beim Hund hat etliche negative Folgen für Ihren Liebling: es können entstehen
- Arthrose
- Atemwegsprobleme (Hund röchelt und schnarcht vermehrt bei Übergewicht)
- Bauchspeicheldrüsenentzündung
- Bluthochdruck
- Herzerkrankungen
- Immunschwäche
- Insulinresistenz und infolge dessen Diabetes mellitus.
Also alles ziemlich unschöne Geschichten...
Logischerweise ist eine weitere Folge eine verkürzte Lebenserwartung bei Hunden mit Übergewicht, wenn die Fütterung nicht so angepasst wird, dass der Hund, welcher zu dick ist, abnehmen kann. Genügend Gründe für das Abnehmen von Hunden, die zu dick sind.
Hundefutter für übergewichtige Hunde - lesenswerte Links:
- Übersicht Trockenfutter und Nassfutter für den Hund mit Übergewicht
Hilfe vom Futter-Tierarzt XaraVet: Hund Übergewicht reduzieren

Autor:

Tierärztin Cornelia M. Bauer


Literatur und Quellen:

„Ernährung des Hundes“, Meyer, Zentek, 5. Auflage
„Praktikum der Hundeklinik“, Suter, Kohn, 10. Auflage
"Differenzialdiagnosen Innere Medizin bei Hund und Katze", Neiger, 2009
Foto 1: "Fernweh" von jochenE, Some rights reserved, www.piqs.de
Foto 2: "clash:stay free" von Lali Masriera, Some rights reserved, www.piqs.de


Konsultieren* Sie unsere Expertin
Tierärztin Cornelia Bauer
vom Futter - Tierarzt XaraVet
* kostenpflichtig

+49 151 / 53 52 88 53 oder +49 228 / 280 52 63

cornelia.m.bauer@t-online.de