Hundefutter ohne Gentechnik

Substanzen wie Riboflavin (Vitamin B2, Laktoflavin) oder Tocopherole (Vitamin E, tocopherolhaltige natürliche Extrakte) werden häufig unter Einsatz gentechnisch veränderter Organismen hergestellt.

Verzichten kann man auf diese Substanzen nicht, da beispielsweise ein Vitamin-B2-Mangel während der Trächtigkeit zu einem erhöhten Risiko von Missbildungen führt.
Vitamin-E-Mangel verursacht unter anderem Schäden an der Skelett- und Herzmuskulatur. Tocopherole wirken sowohl im Körper als auch im Lebensmittel antioxidierend. Daher werden Tocopherole häufig auch zur Haltbarmachung von Lebens- und Futtermittel eingesetzt.

Natürlicherweise viel Vitamin E enthält Getreide. Vitamin B2 findet sich vermehrt in Milch, Hefe, Leber, Lunge und Vormägen.

Wirklich komplett gentechnikfreies Hundefutter ist also schwierig zu bekommen, wenn auch die Vitamine nicht mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt werden dürfen. In der Regel enthält nämlich Hundefutter Vitamine.

Inzwischen gibt es aber auch einige Hundefutter - Hersteller, die auf künstliche Vitamine und Antioxidantien verzichten. Sie führen in der Regel Nassfutter. Allerdings sind solche Produkte teilweise sehr mit Vorsicht zu genießen. Die Zusammenstellung der Futtermittel in einem solchen Produkt ist häufig nicht Vielfältig genug, um alle Vitamine in natürlicher Art und Weise zu ergänzen.
Seien Sie also vorsichtig bei Produkten mit nur 7 oder weniger Zutaten. Besser ist ein Produkt mit 13 und mehr Zutaten, welches beispielsweise Eierschalenpulver, Seealgen, Herz und Leber, Bierhefe und so weiter enthält.

Die Kennzeichnung der Gentechnik in Hundefutter ist geregelt in der EU-Verordnung 1830/2003. Demnach finden Sie, wenn Sie die Zutatenliste Ihres Hundefutters studieren, den Hinweise "GVO" oder "genetisch verändert", "aus genetisch verändertem (Soja, Mais, et cetera) hergestellt", wenn Gentechnik bei Zutaten in Ihrem Hundefutter angewandt wurde.
Das tückische an der Kennzeichung ist aber, dass beispielsweise Rinder oder Hühner, die mit gentechnisch veränderten Futtermitteln gefüttert wurden, NICHT in der Zutatenliste gesondert markiert werden müssen.

Eine größere Wahrscheinlichkeit, gentechnikfreies Hundefutter zu bekommen, haben Sie also in der Bio-Sparte. Bio - Hundefutter darf bis 0,9% Verunreinigungen mit gentechnisch veränderten Substanzen enthalten. Zusatzstoffe, die mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt sind, dürfen nur verwendet werden, wenn sie auf andere Art und Weise nicht hergestellt werden können und nicht erhältlich sind.

Gentechnikfreies Hundefutter - wie finde ich es? Eine kleine Zusammenfassung:
- Bio - Hundefutter
- Hundefutter ohne Zusatzstoffe - dann aber bitte mit einer vielfältigen Zutatenliste
- wem die gentechnisch veränderten Mikroorganismen bei der Herstellung der Vitamine und das Futter der verwendeten Tierart im Produkt nicht so wichtig sind: "normales" Hundefutter mit einer "sauberen" Zutatenliste - sprich ohne gentechnisch veränderten Futtermitteln.

Lesenswerte Links:
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Autor:

Tierärztin Cornelia M. Bauer


Quellen:

http://www.zusatzstoffe-online.de/zusatzstoffe/5.e101_riboflavin.html (abgerufen 31.03.2015)

http://www.zusatzstoffe-online.de/zusatzstoffe/99.e306_tocopherol.html (abgerufen 31.03.2015)

"Ernährung des Hundes", Meyer, Zentek, 5. Auflage


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