Hufrehe Futter

Eine Ursache von Hufrehe ist eine unsachgemäße Ernährung. Betroffenen Pferden wurden zu viele stärkereiche und / oder zuckerreiche Futtermittel gegeben. Zu solchen Futtermitteln zählen zum Beispiel Gerste, Mais, Hafer, Karotten, Zucker, Melasse, Fallobst oder sehr kurzes Gras mit einem hohen Stängelanteil. Dieses kurze Gras enthält viel Fruktan. Ebenfalls viel Fruktan befindet sich im Winter bei Frost und gleichzeitigem Sonnenschein im Gras.
Aus diesem Grund ist bei Hufrehe die Winterweide verboten. Ansonsten ist Hufrehe im Winter vorprogrammiert...

Auch eine große Aufnahme an Eicheln im Herbst kann durch die in den Eicheln enthaltenen Gerbsäuren Hufrehe auslösen.

Hufrehe - Ursache durch Fütterung:
Zuckerreiche und stärkereiche Futtermittel können im Dünndarm schlecht verwertet werden und fluten in den Blinddarm. Dort verändern sie die Bakterienflora, so dass krankmachende Bakterien vermehrt entstehen. Diese krankmachenden Bakterien bilden Giftstoffe (Toxine), die über den Kreislauf an die empfindliche Huflederhaut gelangen und dort Schäden verursachen.
Eine neuere Theorie geht nicht von Toxinen aus, die dann die Hufrehe auslösen, sondern von einer Insulinresistenz. Vereinfacht gesagt haben Pferde mit Hufrehe Diabetes.

Bei der Insulinresistenz wird der gefressene Zucker, der in Form von Stärke, Fruktan, Fruchtzucker, etc. aufgenommen wurde, nicht in die Zellen transportiert. Die Zellen signalisieren Hunger, weshalb der Körper immer noch mehr Insulin bildet. Irgendwann ist der Insulinspiegel so hoch, dass es zur Hufrehe kommt. Bei gesunden Pferden konnte experimentell durch hohe Insulingaben eine Hufrehe ausgelöst werden.

Zu dicke Pferde, die unter dem Equinen metabolischen Syndrom (EMS) leiden, sowie Pferde mit dem Equinen Cushing Syndrom haben oft eine Insulinresistenz (leiden also unter Diabetes). Diese beiden Erkrankungen gehen daher häufig aufgrund der Insulinresistenz und der Freisetzung von entzündungsfördernden Stoffen aus dem Fettgewebe mit Hufrehe einher. Die Hufrehe wird letztlich durch eine nicht an die Insulinresistenz angepasste Fütterung verursacht.
Ein Hinweis auf eine bestehende Erkrankung an EMS oder Cushing ist ein dicker Hals und Fettpolster auf der Kruppe. Ein Pferd mit Hufrehe und bei dem gleichzeitig ein dicker Hals zu sehen ist, sollte dringend auf das Vorliegen einer der beiden Erkrankungen untersucht werden, um sofort gegensteuern zu können. Ansonsten ist die nächste Hufrehe beim Pferd nicht in weiter Ferne...

Hufrehe Karotten Hufrehe vorbeugen:
Hufrehe - was beachten? Wer ein Pferd oder Pony besitzt, welches zu den Risikogruppen rund um Hufrehe gehört, muss bezüglich Haltung und Hufrehe - Pferdefutter einiges beachten. Zu den Pferden, die ein erhöhtes Risiko haben, an Hufrehe zu erkranken, zählen leichtfuttrige Ponys, Pferde mit Übergewicht, sowie Pferde mit einer Erkrankung an EMS oder Cushing. Um einer Hufrehe bei solch einem Pferd vorbeugen zu können, ist bei diesem Pferd die Fütterung immens wichtig!

Im Prinzip unterscheidet sich das Haltungsmanagement und die Fütterung bei "Hufrehe Vorbeugen" nicht von "Hufrehe - was tun".

Hufrehe - was füttern?
Alle Risiko - Pferde und - Ponys müssen (egal, ob schon an Hufrehe erkrankt oder noch nicht)
- energiereduziert,
- stärkearm,
- zuckerarm
gefüttert werden.

Das bedeutet, Heu muss für Pferde mit Hufrehe beziehungsweise Risikopferde gewässert werden und darf außerdem nicht ad libitum gefüttert werden. Hufrehe durch Heu ist möglich, da Heu teilweise relativ hohe Zuckergehalte haben kann. Daher ist natürlich auch Hufrehe durch Heucobs möglich. Damit ein Pferd nicht Hufrehe durch zu viel Heu bekommt, muss das Heu lange gewässert werden und das Wasser weggeschüttet werden. So werden alle leichtlöslichen Kohlenhydrate wie Zucker aus dem Heu reduziert.

Die Haltung sollte so gestaltet sein, dass sich die Pferde von sich aus viel bewegen müssen. Also Futterstelle und Tränkestelle sollten an möglichst weit entfernten Punkten sein.
Außerdem sollten die Pferde (natürlich im Rahmen ihrer gesundheitlichen Möglichkeiten) ausreichend Bewegung durch den Menschen erhalten.

Die bei Pferd und Reiter sehr beliebten Karotten sind bei Hufrehe absolut tabu. Hufrehe und die Fütterung von Karotten schließen sich deshalb aus, weil Karotten zuckerreich sind.

Wie bereits erwähnt ist außerdem bei Hufrehe und Frost die Winterweide absolut verboten. Das gilt vor allem, wenn die Sonne scheint und das Gras wegen der Kälte nicht wachsen kann, aber Unmengen an Fruktan bildet.

Hufrehe beim Pferd Hufrehe und Weide müssen sich allerdings nicht immer ausschließen. Ein Pferd mit Hufrehe darf auf die Koppel, wenn für das Hufrehe - Pferd die Weide portioniert ist oder das Pferd ein Maulkorb trägt. Die Koppel sollte allerdings nicht zeitlich, sondern räumlich begrenzt sein. Werden Hufrehe - Pferde einfach ohne Maulkorb für zwei Stunden auf ein riesiges Stück Weide gelassen, fressen die Hufrehe - Pferde einfach schneller. Ist dagegen nur ein kleines Stück Weide abgesteckt, ist es unmöglich für das Pferd mit Hufrehe, unkontrollierte Mengen Gras aufzunehmen (es sei denn, es büchst aus...).

Je nach Grassorte ist der Fruktangehalt unterschiedlich hoch. Ein Pferd mit Hufrehe sollte möglichst nur auf eine Weide kommen, die als Grassorten Wiesenlieschgras oder Knaulgras haben. Das Deutsche Weidelgras sollte wegen der hohen Fruktangehalte nach Möglichkeit gemieden werden.

Hufrehe - was füttern?
Hufrehe - Pferde füttern ist nicht so einfach. Zunächst einmal ist jegliches Kraftfutter zu meiden. Außerdem muss die Grasaufnahme begrenzt werden und Obst oder Karotten dürfen nicht mehr verfüttert werden. Das gilt auch für die Hufrehe - Fütterung danach, also nach einem Hufrehe-Schub.

Kräuter für Pferde mit Hufrehe sind Hagebutte, Löwenzahn, Brennessel, Gingko, Zinnkraut, Schafgarbe und Teufelskralle. Zur Schmerzlinderung können außerdem Kräuter wie Weidenrinde oder Mädesüß verfüttert werden.

Zu dicke Pferde mit Hufrehe müssen Diät machen. Zum einen belastet das zu hohe Körpergewicht die Hufe, zum anderen kann vielleicht die Insulinresistenz ein wenig gemildert werden.
Ist ein Hufrehe - Pferd dagegen zu dünn, muss mit pflanzlichen Fetten die Ration energetisch aufgewertet werden.
Rehepferde profitieren von Leinöl, da Leinöl viel entzündungshemmende omega-3-Fettsäuren enthält.
Viel Zink und Vitamin E für 4 – 6 Wochen werden ebenfalls empfohlen.

Hufrehe wird nicht durch zu viel Eiweiß ausgelöst, trotzdem ist es ratsam, dass das Pferdefutter nicht zu viel Protein enthält. Richtwert sind 6 bis maximal 12g verdauliches Rohprotein auf 1 Megajoule umsetzbare Energie. Der Energiebedarf sollte speziell für das jeweilige betroffene Pferd berechnet werden und darauf basierend die Futtermenge ausgerechnet werden.

Die Futtermittel selber sollten so ausgewählt werden, dass sie möglichst wenig Stärke und möglichst wenig Zucker enthalten. Trotzdem muss der Bedarf an Rohfaser und an Energie gedeckt sein.

Dabei ist außerdem darauf zu achten, dass die Mengenelemente und Spurenelemente in korrekter Höhe in dem Pferdefutter vorliegen. Das heißt also, dass bei Hufrehe beim Pferde füttern keine Unterversorgung auftreten darf, aber natürlich auch keine Überversorgung. Außerdem sollten beispielsweise Kupfer und Zink möglichst im selben Verhältnis zueinander vorliegen.
Sehr gute Futterpläne für Pferde mit Hufrehe sind auf Anfrage bei dem Futter-Tierarzt XaraVet erhältlich.

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Quellen:

„Pferdefütterung“, Meyer, Coenen, Vervuert, 2014
Foto1: "Murphy" von Audry, Some rights reserved, www.piqs.de
Foto2: "Pferde" von Bettina, Some rights reserved, www.piqs.de


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