Epilepsie Hunde Ernährung

Epilepsie bei Hunden - was ist zu beachten?
Epilepsie bei Hunden ist leider nicht heilbar. Allerdings kann bei vielen Hunden mit dem richtigen Management eines an Epilepsie erkrankten Hundes die Anfallshäufigkeit und -schwere reduziert werden. Ein Punkt bei diesem Management ist das richtige Hundefutter bei Epilepsie.

Epilepsie Hund - was füttern?
Die genaue Ursache einer primären Epilepsie ist unbekannt. Dennoch ist nicht auszuschließen, dass bei manchen Hunden möglicherweise eine Nahrungsmittelallergie zumindest anteilig an der Epilepsie beteiligt ist. Nachgewiesen ist Epilepsie durch eine Nahrungsmittelallergie nicht, aber im Zweifel schadet ein hypoallergenes Hundefutter bei Epilepsie nicht.
Statistisch gesehen reagieren viele allergische Hunde gegen Getreide wie Weizen. Daher macht getreidefreies Hundefutter bei Epilepsie in Verdachtsfällen durchaus Sinn. Getreidefreies Hundefutter bei Epilepsie kann sowohl Trockenfutter als auch Nassfutter sein. Wer bei Epilepsie seinen Hund gerne getreidefrei barfen möchte, kann unter gewissen Voraussetzungen auch dies füttern.

Einen etwas umstrittenen Ruf bei der Fütterung von einem Epileptiker hat Nachtkerzenöl. Nachtkerzenöl wurde Anfang der 90er Jahre in der Literatur als möglicherweise krampffördernd in Kombination mit bestimmten Beruhigungsmitteln beziehungsweise Sedativa eingestuft. Aus diesem Grund sollte bei der Fütterung von Nachtkerzenöl an einen Hund mit Epilepsie mit besonderer Aufmerksamkeit vorgegangen werden.

Ein Hund mit Epilepsie benötigt zudem eine absolut korrekte Nährstoffversorgung ohne Über- oder Unterversorgungen mit Calcium, Magnesium, Kupfer und so weiter.
Bei Epilepsie einen Hund zu barfen ist durchaus möglich. Beim Barfen von einem Hund mit Epilepsie sollte aber nach Möglichkeit größten Wert auf eine bedarfsdeckende und korrekte Nährstoffversorgung gelegt werden. Da ein Hund nicht das Fressen kann, worauf er Appetit hat, sollte idealerweise für einen Hund mit Epilepsie ein exakter Ernährungsplan mit genau definiertem Nährstoffgehalt erstellt werden.

Epilepsie durch Barfen?
Eine symptomatische Epilepsie kann durch eine Infektion mit Neospora caninum oder Toxoplasma gondii verursacht werden. Neospora caninum wird über rohes oder ungenügend erhitztes Fleisch sowie über Nachgeburten und Abortmaterial von Pflanzenfressern auf den Hund übertragen. Auch eine Infektion von Welpen intrauterin oder galaktogen über die Mutterhündin ist möglich. Daher ist eine sekundäre Epilepsie bei einem Hund durch eine Neosporose durch Barfen oder anderes Futter möglich. Auch getrocknete Kauartikel sind nämlich nicht hitzebehandelt und können dadurch infektiöse Sporen von Neospora caninum oder Toxoplasma gondii beinhalten.

Ein Ansatz in der Ernährung gerade von Hunden mit Epilepsie, die nicht gut auf die Medikamente ansprechen, ist die ketogene Diät. Die ketogene Diät für einen Hund mit Epilepsie besteht hauptsächlich aus Fett mit nur geringen Mengen an Kohlenhydraten und knapp bedarfsdeckenden Anteilen an Protein. Die ketogene Diät für einen Hund mit Epilepsie soll eine Ketose induzieren, wie sie im Hungerstoffwechsel vorkommt. Dadurch kann in einigen Fällen eine reduzierte Häufigkeit und Schwere der Anfälle bei Epilepsie bei Kindern erreicht werden. Bei Hunden mit Epilepsie ist diese ketogene Diät nicht so wirksam wie bei Kindern, vielleicht weil der Stoffwechsel von einem Hund von Natur aus auf längere Fastenzeit ausgerichtet ist.

Ein modifizierter Ansatz für eine ketogene Diät für einen Hund mit Epilepsie ist eine ketogene Diät mit mittelkettigen Triglyceriden.
In einer Studie aus 2015 wurde eine ketogene Diät mit mittelkettigen Triglyceriden bei Hunden mit idiopathischer Epilepsie in Ergänzung zu der pharmakologischen Therapie gefüttert. Die Anfallshäufigkeit der Hunde mit Epilepsie konnte unter diesem Futter deutlich reduziert werden!
Fett, welches reich an mittelkettigen Triglyceriden ist, ist das Kokosfett beziehungsweise das Kokosöl (60%). Aber auch das Palmkernfett (55%) und Butter enthalten mittelkettige Triglyceride. Kokosöl bei Epilepsie bei einem Hund kann also unter bestimmten Voraussetzungen helfen, die Anfallshäufigkeit bei einem Hund mit Epilepsie zu reduzieren.

Eine weitere Studie aus 2016 stellt fest, dass eine ketogene Diät mit mittelkettigen Triglyceriden eine Verbesserung von mit der Epilepsie assoziierten Verhaltensstörungen oder Angststörungen verbessern kann.

Leider hat ein fettreiches Futter bei einem Hund mit Epilepsie (aber auch allen anderen Hunden) einige Risiken. Zum einen kann es bei langkettigen Triglyceriden zu einer Hypercholesterinämie kommen, aber auch die Bauchspeicheldrüse wird vermehrt belastet. Mittelkettige Triglyceride müssen langsam und vorsichtig angefüttert werden, da es ansonsten zu Durchfall, Erbrechen und Bauchschmerzen kommen kann.

Sollten Sie sich unsicher sein, wie die Fütterung für einen Hund mit Epilepsie sein sollte, kann Ihnen ein auf Ernährung spezialisierter Tierarzt einen Ernährungsplan zusammenstellen.

Manchmal belasten die Medikamente gegen Epilepsie die Nieren von einem erkrankten Hund so stark, dass es zu einem zunehmenden Funktionsverlust der Nieren kommen kann. Wenn bei einem Hund mit Epilepsie die Nieren versagen, benötigt dieser Hund mit Epilepsie eine Nierenschonkost. Trotzdem ist es aber möglich, eine Diät mit mittelkettigen Triglyceriden und gleichzeitig eine Nierendiät dem Hund mit Epilepsie zu füttern.


Autor:

Tierärztin Cornelia M. Bauer


Quellen:

"A randomised trial of a medium-chain TAG diet as treatment for dogs with idiopathic epilepsy.", Law et al., 2015
"Effects of a ketogenic diet on ADHD-like behaviour in dogs with idiopathic epilepsy", Packer et al., 2016
"Status epilepticus und epileptische Anfälle beim Hund", Dissertation von Romina Zimmermann, 2009
"Der praktische Tierarzt 98, Heft 06/17", Jurina K


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