Welpen barfen

Mit dem Einzug eines süßen, kleinen Welpen fängt jeder glückliche Besitzer sofort an, sich Gedanken über die Fütterung zu machen. Der Welpe soll leckeres Futter bekommen, welches er gerne frisst und außerdem soll es gesund sein; im Wachstum von einem Welpen wird schließlich der Grundstein für ein langes und gesundes Hundeleben gelegt. Krankheiten machen Sorgen und verursachen zum Teil hohe Tierarztkosten. Logisch, dass das jeder Besitzer nach Möglichkeit vermeiden will.
Nur - wie sieht die optimale Ernährung eines Welpen aus? Jeder Besitzer, der sich mit der Fütterung seines Welpen beschäftigt, stößt früher oder später auf das Barfen.

Was versteht man unter Barfen von Welpen?
Barf ist die Abkürzung für Biologisch artgerechte Rohfütterung. Barfen für Welpen ist eine Philosophie, die darauf basiert, dass der Welpe durch eine genügend große Abwechslung an verschiedenen Lebensmitteln alle Nährstoffe bekommen soll, die er benötigt. Da Wölfe in der Natur das Fleisch roh zu sich nehmen, wird auch der Welpe mit rohem Fleisch gefüttert.

Ist Barfen für Welpen schädlich?
Jein. Barf Hundefutter für Welpen kann dem Welpen eine individuellere und dadurch optimalere Nährstoff - Versorgung bieten, als ein Fertigfutter für Welpen aller Rassen und Größen es kann; dies gilt aber nur, wenn das Barfen richtig gemacht wird.
Die höhere Keimbelastung mit Bakterien und Viren des Barf lässt in der Regel nicht den Welpen erkranken. Dafür kann ein Welpe aber ein sogenannter Ausscheider werden. Das bedeutet, dass der Welpe über Kot und andere Körpersekrete beispielsweise Salmonellen ausscheidet, an denen sich dann wiederum der Mensch infizieren kann. Aus diesem Grund sollte beim Barfen von Welpen auf eine lückenlose Kühlkette, Hygiene und eine exzellente Fleischqualität geachtet werden.
Da in Barf - Fleisch auch Parasiten vorkommen können, die für einen Welpen gefährlich werden können, muss das Barf für einen Welpen vor der Verfütterung bei mindesten -18°C für mindestens 4 Tage tiefgekühlt gelagert werden.
Schweinefleisch darf aufgrund eines für Hunde tödlichen Virus niemals roh verfüttert werden!

Wie sind die Erfahrungen beim Barfen von Welpen?
Beim Barfen liegt die Verantwortung über eine korrekte, bedarfs- und altersgerechte Ernährung von einem Welpen komplett in der Hand des Besitzers.
Es ist nicht damit getan, nach Gefühl verschiedene Fleisch- und Gemüsesorten sowie Milchprodukte in den Napf zu tun. Es gibt verschiedene Erkrankungen im Welpen- und Junghundalter, die durch eine schlechte Welpenfütterung mitverursacht werden. Andererseits hat das Barfen von Welpen - richtig gemacht - den unschlagbaren Vorteil, dass es den Welpen zielgerichtet mit den Nährstoffen in genau der richtigen Dosierung versorgt, aber eben nicht überversorgt. Zudem wird es von den meisten Welpen richtig gerne gefressen und der Besitzer weiß ganz genau, was und welche Qualität im Futternapf von seinem Welpen landet. Daher gilt: wenn Barf, dann aber bitte nach einem Futterplan von einem in der Fütterung versierten Tierarzt wie dem Futter - Tierarzt XaraVet.

Wie wird ein Welpe auf Barfen umgestellt?
Wenn ein Welpe bisher nur mit Trocken- oder Feuchtfutter gefüttert wurde, braucht so ein Welpe erst einmal in der Regel eine gewisse Umstellungszeit, damit er diese neue Futterkonsistenz akzeptiert. Woher soll ein Welpe, der bisher nur trockene Kügelchen oder Mus gefressen hat, denn wissen, dass Fleisch in größeren Stücken tatsächlich essbar ist?!
Neben der Akzeptanz, die sich häufig erst entwickeln muss, muss sich natürlich auch der Magen-Darm-Trakt umstellen. Daher wird in den ersten beiden Tagen die alte Futterration zu 25% gegen das Barf ausgetauscht. Sofern das Futter gut vertragen wurde und der Welpe durch das Barfen keinen Durchfall entwickelt hat, werden die nächsten zwei Tage 50% der alten Futterration gegen das Barf getauscht. So wird weiter verfahren, bis die komplette Ration aus dem Barf besteht.

Was mache ich, wenn mein Welpe beim Barfen Durchfall bekommt?
Durchfall beim Welpen kann viele verschiedene Ursachen haben und muss nicht unbedingt mit dem Barfen zusammenhängen. Tritt der Durchfall in der Umstellungsphase auf, sollte wieder auf die alte Fütterung zurück gewechselt werden. Ist der Durchfall bei dem Welpen sofort wieder weg, kann erneut eine Umstellung versucht werden. Es sollte aber in Betracht gezogen werden, dass der Welpe möglicherweise ein Lebensmittel aus der Barf - Ration nicht verträgt oder dass die Barf - Ration an sich beispielsweise bezüglich des Ballaststoffgehaltes nicht gut zusammengesetzt ist.
Wurde das Barf schon problemlos längere Zeit gefüttert oder der Durchfall verschwindet nicht nach dem Rückwechsel auf das früher vertragene Futter, müssen andere Ursachen für den Durchfall bei dem Welpen in Betracht gezogen werden. Welpen sind wie kleine Kinder und bekommen gerne auch mal einen infektiös bedingten Durchfall durch Bakterien, Viren oder auch Parasiten. Häufiger Durchfall - Erreger bei Welpen sind beispielsweise Giardien.

Wieviel Futter braucht mein Welpe beim Barfen?
Dies ist ein sehr wichtige Frage! Die Futtermengen werden beim Barfen in % des Körpergewichts angegeben. Das ist aber eine sehr, sehr ungenaue Angabe, da beispielsweise der Fettgehalt einer gefütterten Fleisch-Sorte eine sehr maßgeblichen Einfluß auf den Energiegehalt des Barf hat. Je nachdem, wie die Fleischsorten anteilsmäßig gefüttert werden, kann der Energiegehalt verschiedener Barf - Rationen durchaus 10% Unterschied haben. Ein Welpe darf aber auf gar keinen Fall zu schnell wachsen, damit keine Wachstumsschäden in den Gelenken auftreten. Es empfiehlt sich also, für einen Welpen eine Wochenration (also einen Futterplan) von dem Futter - Tierarzt XaraVet aufstellen zu lassen, bei der genau festgelegt ist, beispielsweise wieviel Hühnerbrust, wieviel Lachs oder wieviel Rinderkeule gefüttert werden soll. Zudem macht es Sinn, die Gewichtsentwicklung des Welpen über eine Wachstumskurve zu kontrollieren.

Wieviel Gemüse brauchen Welpen beim Barfen?
Traditionell wird beim Barfen sehr viel Gemüse im Verhältnis zum Fleisch gefüttert. Allerdings kann ein Welpe gar nicht so viel Gemüse fressen, dass tatsächlich der komplette Bedarf an Spurenelementen und Vitaminen nur durch das Gemüse zu dem Fleisch abgedeckt wird. Daher ist das Gemüse in einer Welpen - Barf - Ration lediglich als Ballaststoffquelle und geschmacklich variierendes Beiwerk zu sehen. Die Gemüsemenge bewegt sich bei bis zu 15% der Gesamtration, wobei Kartoffeln oder auch Kürbis und Süßkartoffeln durch den höheren Anteil an Stärke nicht zu dieser Menge gezählt werden.

Benötige ich für das Barfen von Welpen einen Plan?
Ein eindeutiges Ja! Ein Besitzer kann unmöglich nur nach Gefühl einen korrekten und bedarfsdeckenden Welpen - Barf - Futterplan zusammenstellen. Der Welpe muss fressen, was ihm vorgesetzt wird, der Mensch kann aber unmöglich instinktiv die Lebensmittel so zusammenstellen, dass sein Welpe mit allen benötigten Nährstoffen in der jeweils dem Lebensalter angepassten Dosierung versorgt wird. Es gibt tierärztliche Richtwerte, welche Nährstoffe in welchem Alter und welchem Körpergewicht ein Welpe benötigt. Daher ist es angeraten, beim Barfen für Welpen Rezepte zu verwenden, die ein Tierarzt wie der Futter-Tierarzt XaraVet speziell für den Welpen zusammengestellt hat.

Muss ich beim Barfen von Welpen nur den Gehalt an Calcium beachten?
Nein. Es ist nicht nur eine korrekte Calcium-Versorgung wichtig, sondern auch eine im Verhältnis zum Calcium korrekte Phosphor-Versorgung. Für ein gesundes Gelenk- und Knochen-Wachstum von Welpen sind aber auch Zink und Kupfer zu beachten, die ebenfalls in eine gleichförmigen Verhältnis im Barf vorliegen sollten. Auch Vitamin D spielt eine Rolle im Knochenstoffwechsel von Welpen, weshalb dieser Gehalt ebenfalls im Futterplan berücksichtigt werden muss. In diesem Zusammenhang sind gerade Lachs, Lachsöl oder auch Lebertran mit einer gewissen Vorsicht zu dosieren. Nicht zuletzt ist natürlich auch der Gehalt an verdaulichem Rohprotein, dem jeweiligen Lebensalter angepasst, korrekt zu gestalten. Hierbei ist zu beachten, dass der Gehalt an verdaulichem Rohprotein und damit das Verhältnis an verdaulichem Rohprotein und umsetzbarer Energie im Laufe des ersten Lebensjahres sinkt. Eine zu hohe Versorgung mit verdaulichem Rohprotein ist nicht unbedingt zu tolerieren, da unter anderem dieser Faktor als eine der Ursachen einer Knochenentzündung bei Welpen und Junghunden diskutiert wird.

Kann ich einen Welpen Barfen und trotzdem Trockenfutter füttern?
Ja. Es spricht nichts dagegen, verschiedene Futterarten zu füttern. Voraussetzung ist aber, dass die Mengen der Futterarten entsprechend angepasst werden. Wenn beispielsweise morgens in aller Hast 20% der benötigten Tagesmenge Trockenfutter gefüttert wird, darf den Rest des Tages entsprechend nur noch 80% des Barf-Rezeptes gefüttert werden. Ansonsten würde der Welpe mit zu viel Energie und Nährstoffen versorgt werden.

Autor:

Tierärztin Cornelia M. Bauer


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