Magendrehung Hund

Es ist später Abend, plötzlich wird der ältere große Doggen-Mix-Rüde Balou unruhig, versucht immer wieder zu brechen, aber es kommt nichts aus dem Maul. Der Rüde wird immer unruhiger, schnauft und hechelt. Die Besitzer beschließen lieber zum tierärztlichen Notdienst zu fahren. Die Diagnose steht schnell fest: Balou hat eine Magendrehung!

So oder so ähnlich sind viele Geschichten von einer Magendrehung bei einem Hund. Betroffen sind vor allem große und ältere Hunde. Schon bei dem kleinsten Verdacht auf eine Magendrehung bei einem Hund ist schnelles Handeln ratsam, da bei einer Magendrehung bei einem Hund akute Lebensgefahr besteht!

Die Ursachen für eine Magendrehung sind sehr vielfältig. Eine Magenverdrehung bei einem Hund kann durch Stress entstehen, also beispielsweise im Urlaub, in einer Hundepension oder auch bei einem stationären Aufenthalt in einer Tierklinik. Möglicherweise ist auch eine chronische Degeneration von Nerven mitbeteiligt, durch die die Magenmotilität verändert wird. Außerdem sollten Hunde unmittelbar nach der Fütterung nicht wild spielen und toben, damit es nicht dadurch zu einer Magendrehung kommen kann.

Dem Futter wird im Zusammenhang mit der Magendrehung bei Hunden naturgemäß viel Bedeutung beigemessen.
Da bei einem Hund mit einer Magendrehung laut der Tierärztin Cornelia Bauer von XaraVet im Magen meist sehr viel Gas mit mal mehr, mal weniger Futter gefunden wird, sollte bei einem Hund mit dem möglichen Risiko einer Magendrehung ein hastiges Fressen und Schlingen verhindert werden. Durch das hastige Verschlingen kann viel Luft abgeschluckt werden. Daher sollte zum Vorbeugen einer Magendrehung beim Hund vom Boden aus gefüttert werden. Die Futterstücke oder Trockenfutter-Kroketten sollten über 3 cm groß sein, damit der Hund zum Kauen angeregt wird. Außerdem gibt es spezielle Antischling-Näpfe, die dabei helfen können, einer Magendrehung bei einem Hund vorbeugen zu können.

Einige Zeit wurde außerdem diskutiert, ob Trockenfutter bei Risikopatienten gemieden werden sollte, um einer Magendrehung vorbeugen zu können. Viele Hunde mit einer Magendrehung wurden im Vorfeld der Erkrankung mit Trockenfutter ernährt. Da große Hunde sehr häufig aus Kosten- und Bequemlichkeitsgründen der Besitzer mit Trockenfutter gefüttert werden, könnte diese Häufung Zufall sein. Es wurde aber auch diskutiert, dass Trockenfutter nach der Aufnahme im Magen quillt und durch dieses große Volumen im Magen eine Magendrehung beim Hund begünstigt wird.

Der Magen sollte nicht zu stark gefüllt werden, so dass die Magenbänder nicht so stark gedehnt werden. Daher empfiehlt sich eine mehrmalige Fütterung über den Tag verteilt, damit man der Magendrehung beim Hund vorbeugen kann.
Damit der Hund mit einer optimalen Futtermenge versorgt wird, sollte die Ration dem Bedarf des jeweiligen Hundes an verdaulichem Rohprotein und Rohfaser entsprechen. Über eine gezielte Rationszusammensetzung kann die Futtermenge gesteuert werden. Dies gilt sowohl für Nassfutter als auch für Barf bei der Prophylaxe einer Magendrehung.
Ein weiterer Punkt ist die bestmögliche Erhaltung einer korrekten Magenmotilität. Daher muss unbedingt gewährleistet sein, dass der Hund über seine Tagesration optimal mit Elektrolyten über die Tagesration versorgt wird. Ein gesunder und optimal ernährter Hund ist weniger anfällig für Krankheiten.
Die Tierärztin Cornelia M. Bauer vom Futter - Tierarzt XaraVet ist Ihnen gerne behilflich bei der Erstellung einer korrekten Ernährung nach einer Magendrehung oder auch zur Prophylaxe einer Magendrehung.

Magendrehung Hund Prophylaxe:
Die mechanisch zuverlässigste Methode, um eine Magendrehung bei einem Hund zu verhindern, ist eine sogenannte Gastropexie. Dabei wird der Magen an die Bauchwand angenäht, so dass eine Drehung nicht mehr so leicht entstehen kann. Bei einer Operation einer Magendrehung wird diese Gastropexie immer durchgeführt. Es wäre aber auch möglich, bei Risikopatienten den Magen prophylaktisch festzunähen, beispielsweise wenn ohnehin eine Bauchhöhlen-Operation durchgeführt werden muss.

Die Schonkost für Hunde nach einer Magendrehung sollte aus einer magenschonenden Kost bestehen. Das bedeutet also ein weicher Futterbrei mit zerkleinertem Fleisch und einem Ballaststoff-Gehalt von höchstens 2% in der Trockensubstanz. Auf mechanisch reizende Futtermittel wie Knochen sollte in der Schonkost nach der Magendrehung verzichtet werden. Der Futterbrei wird auf viele kleine Mahlzeiten am Tag verteilt.

Die weitere Fütterung nach der Magendrehung sollte auch darauf abzielen, den Magen nicht zu stark zu belasten und eine optimale Nährstoffversorgung gewährleisten, die den aktuellen Empfehlungen entsprechen. Außerdem sollten die Punkte hinsichtlich Vermeiden von Schlingen berücksichtigt werden.

Autor:

Tierärztin Cornelia M. Bauer


Literatur:

„Magendrehung beim Hund - eine Übersicht“, Koch, 2016
„Praktikum der Hundeklinik“, Suter, Kohn, 10. Auflage


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