Fütterung Junghund

Die richtige Fütterung eines Junghundes im Wachstum ist ein sehr komplexes Thema. Wird dabei etwas falsch gemacht, kommt es sehr leicht zu Schäden am Skelett des Junghundes. Ziel ist weder ein „großhungern“ aus Angst, der junge Hund könnte zu schnell wachsen, noch eine übermäßige Fütterung nach dem Motto „der soll mal groß und stark werden“. Die Endgröße des jungen Hundes lässt sich durch die Fütterung nicht beeinflussen – sie ist genetisch determiniert. Allerdings kann die Geschwindigkeit des Wachstums durch die Fütterung beeinflusst werden. Wird der junge wachsende Hund sehr energiereich gefüttert, wird er nicht dick, sondern erreicht sein Endgewicht schneller. Solche Junghunde erkennt man daran, dass sie im Vergleich zu ihren Altersgenossen sehr groß und kräftig mit etwas schlaksigem Erscheinungsbild sind.

Die beste Methode, den Wachstumsverlauf optimal zu steuern, ist die Anwendung einer Wachstumskurve. Weicht das Gewicht des Hundes von der Kurve ab, wird die Futtermenge entsprechend korrigiert.

Wie lange muss Welpenfutter bzw. Junghundefutter überhaupt gegeben werden?
Es kursieren leider immer wieder Gerüchte, dass junge Hunde kein spezielles Welpenfutter zur Ernährung bräuchten. Das ist nicht richtig, denn natürlich braucht der junge Hund für die Entwicklung seiner Knochen und Organe mehr Nährstoffe als ein erwachsener Hund. Daher werden die jungen Hunde das gesamte erste Lebensjahr mit einem Junghundefutter gefüttert.

Malinois Junghund Der Eiweißbedarf sinkt im ersten Lebensjahr, je älter die Hunde werden. Absetzwelpen bekommen noch 15g verdauliches Rohprotein auf 1 MJ Umsetzbare Energie. In einem Futter, das 1,7 – 2,1 MJ umsetzbare Energie (406 - 501 kcal) pro 100g enthält, sind um die 20 - 30% Rohprotein enthalten. Der Bedarf reduziert sich dann im Verlauf der ersten 12 Lebensmonate bis auf 10g verdauliches Rohprotein pro 1 MJ umsetzbare Energie. Auch der Energiebedarf nimmt ab. Ab dem 5. Lebensmonat enthält das Junghundefutter demnach zwischen 14 und 20% Rohprotein abhängig vom Energiegehalt.
Der Rohfettgehalt sollte bei 8,5% liegen.

Junghundefutter, die für das gesamte erste Lebensjahr konzipiert sind, führen also zunächst zu einer Überversorgung und am Ende zu einer Unterversorgung an beispielsweise Protein und Calcium. Daher gibt es auch Produkte, die nur für einen Teil der Wachstumszeit vorgesehen sind. Danach muss man auf das nächste altersgerechte Junghundefutter umsteigen.

Um den jungen Hund noch optimaler zu ernähren, gibt es auch Hundefutter für unterschiedliche Endkörpergrößen. Große Hunde benötigen eine besondere Vorsicht in der Fütterung, daher gibt es für die verschiedenen Größen ebenfalls verschiedene Hundefuttersorten.

Wie oft muss man einen jungen Hund füttern?
Anfangs muss ein junger Hund noch mehrmals am Tag gefüttert werden. Je älter der junge Hund wird, desto seltener kann man den jungen Hund füttern. Von anfangs 4 mal am Tag füttern, kann die Häufigkeit der Fütterung bis zum Ende des ersten Lebensjahrs auf eine bis zu 1-malige Fütterung am Tag reduziert werden.
Handelt es sich um einen Hund mit einem tiefen Brustkorb, der einer Hunderasse angehört, die leicht eine Magendrehung bekommt, ist allerdings eine häufigere Fütterung am Tag zu überlegen.

Sie möchten nun aber Ihren jungen Hund nicht mit einem fertigen Hundefutter füttern?
Junge Hunde können selbstverständlich auch mit einem selbstgemischten Hundefutter ernährt werden.
Dabei ist es wichtig, dass
- der Energiegehalt moderat bleibt,
- der Proteingehalt mit wachsendem Alter des jungen Hundes von 15:1 bis auf 10:1 verd. Rohprotein : umsetzbarer Energie sinkt,
- das Calcium - Phosphor - Verhältnis für junge Hunde richtig ist, nämlich 1,2-1,5:1
- Spurenelemente wie beispielsweise Zink und Vitamine wie beispielsweise Vitamin B2 in ausreichender, aber nicht zu hoher Konzentration enthalten sind.

Eine generelle Fütterungsempfehlung für den Junghund gibt es nicht, da das richtige Füttern des Junghundes von seinem Alter, seiner späteren Körpergröße und seinem individuellen Energieverbrauch abhängig ist.

Möchten Sie also Ihren Junghund richtig barfen, lassen Sie sich einen Ernährungsplan von der Tierärztin Cornelia M. Bauer vom Futter - Tierarzt XaraVet erstellen.

Ein sehr wichtiger Hinweis, falls kommerzielle Hundefutter durch besonders leckere Zutaten ergänzt werden (z.B. weil der Besitzer seinem jungen Hund eine Freude machen will, das Fertigfutter sonst nicht gefressen wird oder einfach abwechslungsreich gefüttert werden soll):
Wenn zu einem kommerziellen Hundefutter Lebensmittel dazugegeben werden, die der Futtermittelhersteller nicht ausdrücklich dafür vorgesehen hat, wird die gesamte sorgfältige Berechnung der Inhaltsstoffe des Fertigfutters mit dem Ziel einer sicheren Bedarfsdeckung hinfällig. Die Fütterung des Junghundes wird unausgewogen und es können sich Krankheiten infolge der Fehlernährung entwicklen.

Daher das Fazit: Entweder ein kommerzielles Produkt füttern (und dann NUR das) oder tierärztlich überprüfte Futterrezepte verwenden.


Lesenswerte Links:
Sie wissen nicht, welches Hundefutter für Ihren Junghund das Beste ist? Na, dann hilft Ihnen vielleicht folgende Liste:
- Welpenfutter und Junghundefutter (Trockenfutter, Nassfutter)
- Futterkomponenten

Autor:

Tierärztin Cornelia M. Bauer


Literatur und Quellen:

„Ernährung des Hundes“, Meyer, Zentek, 5. Auflage
„Nutrient Requirements of Dogs and Cats“, National Research Council
Bild Malinois: Reinz


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