Hundefutter selber machen

Gesundes Hundefutter selber kochen und dann dem Hund dabei zusehen, wie er es sich schmecken lässt - ein äußerst befriedigendes Gefühl. Die Frage ist nur: wie geht das? Gesundes Hundefutter selber kochen?

Hundefutter selbst gekocht muss die Nährstoffbedürfnisse eines Hundes erfüllen, ohne einen Mangel oder eine Überversorgung entstehen zu lassen. Außerdem muss das selbst gekochte Hundefutter so zusammengesetzt sein, dass die Verdauungsvorgänge des Hundes optimal arbeiten können.

Wer Hundefutter selber kochen möchte, muss laut der Tierärztin Cornelia Bauer vom Futter-Tierarzt XaraVet zum einen den Proteinbedarf mittels Fleisch, Fisch, Ei oder Milchprodukten decken. Wenn ein Hund langfristig deutlich zu wenig Protein bekommt, können Haut, Immunsystem, Nierenfunktion und viele andere Organe nicht mehr optimal arbeiten. Andererseits ist ein übermäßiges Angebot an Fleisch, Ei oder Milchprodukten alles andere als tierschutzgerecht bezüglich der Nutztiere. Das, was ein Hund an Protein in Form von tierischen Produkten zu viel zu fressen bekommt, wird als Müll über Nieren und Leber ausgeschieden. Spitz gesagt, kann die überschüssige Menge Fleisch, Fisch, Ei oder Milchprodukt auch direkt in den Müll geschmissen werden, weshalb ein Schlachttier umsonst gestorben ist.
Daher sollte sich bei einem gesunden, aktiven und nicht kastrierten Hund an einem Verhältnis von 10 Teilen verdaulichem Rohprotein zu 1 Teil umsetzbarer Energie orientiert werden.

Protein eignet sich nur in begrenzter Weise als Energielieferant. Muss der Hund aus Protein Energie ziehen, weil andere energiereiche Substrate fehlen, ist dies nur unter zusätzlichem Energieaufwand möglich. Als Energiequelle eignen sich daher besser Fette oder stärkehaltige Kohlenhydrate, wenn man das Hundefutter selbst herstellen möchte. Die stärkehaltigen Kohlenhydrate müssen vor der Verfütterung erhitzt werden, damit der Hund diese verwerten kann.
Viele Hunde fressen stärkehaltige Kohlenhydrate sehr gerne und vertragen diese auch sehr gut.

Fette und Öle dienen nicht nur der Energieversorgung. Ein gutes selbstgemachtes Hundemenü muss laut der Tierärztin Cornelia Bauer vom Futter-Tierarzt XaraVet auch die essentielle Fettsäure Linolsäure abdecken. Auch eine gute Versorgung mit omega-3-Fettsäuren ist empfehlenswert. Daher sollte beim Hundefutter selber kochen ein Anteil von ungefähr 5% Pflanzenöl verarbeitet werden. Zur Abdeckung des Bedarfs an Vitamin D eignen sich entsprechende fetthaltige Fische oder kleinere Mengen Lachsöl.
Tierische Fette wie beispielsweise Geflügelfette sind nicht nur gute Linolsäure-Lieferanten, sondern erfreuen sich auch einer hohen Beliebtheit bei den Hunden. Gesunde Hunde können größere Mengen Fett als der Mensch ohne Weiteres vertragen. Tierische Fette fördern die Schmackhaftigkeit von dem selbstgekochten Hundefutter.

In einer guten Hundenahrung, die man selbst mischen möchte, dürfen auch Ballaststoffe in der richtigen Menge nicht fehlen. Je nach verwendetem stärkehaltigem Kohlenhydrat sind mehr oder weniger ballaststoffreiche Lebensmittel notwendig.
Ballaststoffe regulieren die Darmtätigkeit und ernähren außerdem die Mikroflora im Dickdarm. Daher sollte auf einen Rohfaser-Gehalt von 1 bis 2% in der Trockensubstanz der Tagesration geachtet werden. Auch Pektine sind ein sehr gutes Nährsubstrat für die gute Dickdarmflora. Pektine finden sich beispielsweise in Möhren, Tomaten oder Äpfeln.
Ballaststoffreiche Gemüse-Sorten sind beispielsweise Kürbis, Pastinake, Sellerie. Aber auch Zucchini, Rote Bete, Spinat oder Tomate werden gerne gefressen.
Für eine optimale Verträglichkeit sollte Obst und Gemüse zerkleinert und gekocht werden.

Nun muss noch ein optimales Calcium-Phosphor-Verhältnis in der Ration hergestellt werden. In der Tagesration sollte das Verhältnis von Calcium zu Phosphor ungefähr bei 1,3 Teilen Calcium zu 1 Teil Phosphor liegen.
Da der Kalzium- und manchmal auch der Phosphorbedarf eines Hundes nicht durch Fleisch, Kohlenhydrate, Fette oder Ballaststoffe abgedeckt wird, müssen diese Elemente entsprechend ergänzt werden. Dazu eignen sich beispielsweise Fleischknochenmehle und Eierschalenmehle. Vorsicht ist bei einer Überdosierung von Calcium angebracht, da eine zu große Versorgung mit Calcium zu dem gefürchteten Knochenkot führen kann.

Je nach Zusammensetzung der selber gemachten Hundenahrung sind außerdem Vitamin-Mineralstoff-Präparate notwendig, um eine Bedarfsdeckung aller benötigten Nährstoffe zu erreichen. Da der Nährstoffbedarf eines Hundes in Bezug auf seine Körpermasse höher ist als der Bedarf eines Menschen, entstehen beim selber Mixen von Hundefutter rasch Mangelernährungen. Aus diesem Grund muss entweder extrem vielfältig nach einem speziell für den jeweiligen Hund tierärztlich erstellten Ernährungsplan gefüttert werden. Eine andere Möglichkeit bei zeitlich schneller gemachter Hundenahrung ist die oben angesprochene Ergänzung der fehlenden Nährstoffe in dem jeweiligen Hundemenü mittels passender Vitamin-Mineral-Präparate. Logischerweise unterscheidet sich die notwendige Art und Menge eines Vitamin-Mineralstoff-Präparats von der Zusammensetzung der Hundenahrung. Sprich also, welcher Proteinlieferant mit welchem Kohlenhydrat, welchem Ballaststoff und welchem Öl kombiniert wird.

Falls jemand regelmäßig die Nahrung für seinen Hund selber kochen möchte, gibt es Tierärzte, die speziell auf den jeweiligen Hund angepasst und den Vorstellungen der Besitzer entsprechend, Rezepte zum Hundefutter selber Mischen anfertigen.
Mit einem Ernährungsplan vom Futter-Tierarzt schmeckt es Ihrem Hund nicht nur, sondern Sie wissen auch, was in dem Hundefutter enthalten ist und haben die Gewissheit, dass Ihr Hund optimal mit allen Nährstoffen versorgt wird.


Autor:

Tierärztin Cornelia M. Bauer


Quellen:

„Ernährung des Hundes“, Meyer, Zentek, 5. Auflage


Konsultieren* Sie unsere Expertin
Tierärztin Cornelia Bauer
vom Futter - Tierarzt XaraVet
* kostenpflichtig

+49 151 / 53 52 88 53 oder +49 228 / 280 52 63

cornelia.m.bauer@t-online.de