Getreide Hundefutter

Gerstenfeld im Sommer Zu Getreide gehören nicht nur Weizen, Roggen, Gerste, Hafer und Triticale, sondern auch Mais, Reis und Hirse. Letztere drei sind glutenfrei, alle anderen Getreidesorten enthalten mehr oder weniger Gluten.

Getreide im Hundefutter ja oder nein?

Diese Frage ist sehr umstritten. Der aktuelle Trend bei den Hundebesitzern geht zu Hundefutter, welches getreide und glutenfrei ist.

In einigen Fällen ist es auf jeden Fall sinnvoll, die Hunde getreidefrei zu ernähren. So müssen Hunde, die eine Getreideallergie auf das im Getreide enthaltene Gluten entwickelt haben, strikt getreidefrei gefüttert werden. Eine Hundeallergie auf Getreide äußert sich bei betroffenen Hunden mit den typischen Symptomen einer Nahrungsmittelallergie: die Hunde fressen mäkelig, verweigern das Hundefutter, den Hunden ist übel und sie erbrechen sogar in manchen Fällen. Einige Hunde mit einer Hundeallergie gegen Getreide haben Durchfall oder immer wieder Probleme mit Ohrenentzündungen. Andere Hunde wiederum, die Probleme mit Getreide im Hundefutter haben, zeigen Hautprobleme: die Hunde schlecken sich wund, Pfoten sind rot und entzündet, kleine schlecht heilende kreisrunde Hautwunden treten auf, Falten sind entzündet.
Eine Hundeallergie kann aber nicht nur speziell gegen Getreide gerichtet sein, sondern kann gegen jedes Protein entwickelt werden. Also beispielsweise gegen das Hühnerprotein, das Rinderprotein und so weiter. Die Symptome sind in diesen Fällen dieselben, wie die oben beschriebenen Symptome bei einer Getreideallergie. Daher lässt sich nur anhand der Symptome nicht beurteilen, worauf der Hund genau eine Hundeallergie entwickelt hat. Er könnte beispielsweise das Getreide bestens vertragen, das dazu gefütterte Hühnchen aber nicht.

Nun also Getreide zu verteufeln und zu meinen, dass Getreide für Hunde schädlich ist, ist falsch.
Getreide hat durchaus auch positive Eigenschaften: Getreide ist reich an B - Vitaminen, Mangan und Vitamin E. Außerdem ist es ein hervorragender Energielieferant, da der Hund genau wie der Mensch das Enzym Amylase besitzt. Dieses Enzym befähigt den Hund, Stärke zu spalten und zu verdauen - der Hund kann also Getreide hervorragend nutzen! Diese Studie zum Thema Getreide und Hund ist noch relativ jung: "The genomic signature of dog domestication reveals adaptation to a starch-rich diet." von Axelsson et al.
Getreideähre im Sommer Ganz im Gegensatz zum Wolf, der dieses Enzym Amylase nicht hat. Die Vorfahren unseres jetzigen Haushundes lebten im Umfeld von menschlichen Siedlungen. Dort haben diese Hunde sich von den Essensresten der Menschen ernährt. Auf diese Weise profitierten beide Seiten von der Existenz des jeweils anderen: der Mensch war seine Essensreste los, ohne dass Wildtiere angezogen wurden und die Hunde hatten leichten und regelmäßigen Zugang zu Nahrung. Dumm nur, dass sich der Mensch von Getreide ernährt hat und der Vorfahr unserer Haushunde Getreide nicht verwerten konnte...
Dann trat zufällig eine Mutation auf, so dass das Enzym Amylase gebildet wurde und der betreffende Hund Getreide hervorragend verwerten konnte. Dieser Hund hatte dadurch einen existenziellen Vorteil vor allen anderen Hunden, so dass sich seine Nachkommen gegen die der anderen Hunde ohne Mutation durchgesetzt hat. So also entstand unser Haushund...

Diese Art der Energieversorgung hat für viele Hunde sehr große Vorteile:
Die Bauchspeicheldrüse wird geschont, was besonders Hunden mit einer Pankreatitis zu Gute kommt. Hunde mit einer Pankreatitis müssen fettarm ernährt werden und sind daher auf andere Energiequellen angewiesen.
Hunde mit einem Nierenversagen oder einer Lebererkrankung, die eine proteinarme Ernährung erfordert, brauchen gleichzeitig eine energiereiche Kost. Würde der Hund also fleischarm, aber mit besonders viel Fett (er braucht schließlich Energie...) gefüttert, ist Durchfall mit Bauchspeicheldrüsen-Problemen vorprogrammiert...

Kommen wir nun zu den Fällen, in denen Getreide schlecht für einen Hund ist.
Wie oben schon geschrieben, ist Getreide für Hunde mit einer Getreideallergie sinnigerweise nicht so das ideale Nahrungsmittel.
Auch Hunde mit Diabetes mellitus müssen Getreide und andere stärkereiche Nahrungsmittel meiden, damit der Blutzuckerspiegel nicht zu stark ansteigt. Solche Hunde brauchen also nicht nur ein Hundefutter ohne Getreide, sondern auch eines ohne Zucker.
Ist der Hund übergewichtig oder neigt leicht zu Übergewicht, ist Getreide auch nicht ein sinnvolles Nahrungsmittel im Hundenapf. Das Hundefutter mit einem Ei und Haferflocken noch zu verfeinern wäre also eine ziemliche Anti-Diät-Maßnahme... Und das Brötchen am Frühstückstisch fördert die Diät auch ganz gewaltig...

Getreide bei einem Hund mit Epilepsie ist ein umstrittenes Thema.
Es existiert keine Studie, die belegt, dass getreide - loses Hundefutter einen positiven Effekt auf die Anfälle beziehungsweise die Anfallshäufigkeit hat.
Nichtsdestotrotz kann die Ursache einer Epilepsie eine Nahrungsmittelallergie sein. Wenn die Hundeallergie gegen Getreide gerichtet ist, ist es wichtig diese Hunde ohne Getreide zu füttern.

Zusammenfassend lässt sich also sagen:
mit Getreide kann man Hunde füttern, die
- keine Nahrungsmittelallergie haben
- unter einer Bauchspeicheldrüsenerkrankung leiden (aber nur sofern sicher keine Allergie gegen Getreide besteht!)
- eine Nierenerkrankung haben
- eine Lebererkrankung haben
- zu dünn sind.

Getreide ist für Hunde schädlich, die
- eine Allergie gegen Getreide haben
- unter Diabetes mellitus leiden.

Getreide kann, muss aber nicht gemieden werden bei Hunden mit
- Epilepsie.

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Hundefutter getreidefrei Nassfutter oder Trockenfutter oder
Hundefutter ohne Getreide für Welpen
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Autor:

Tierärztin Cornelia M. Bauer


Quellen:

Wikipedia,

Foto 1: "Gerstenfeld im Sommer" von grafiker-andi, Some rights reserved, www.piqs.de
Foto 2: "Getreide I" von teddy07, Some rights reserved, www.piqs.de


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