Ernährungsplan für Welpen

Der erste Schritt ist geschafft: nach mehr oder weniger langem Suchen zieht der neue Hausbewohner ein, ein süßer kleiner Welpe mit flauschig-weichem Fell und dem typischen Hundebaby-Duft! Nun beginnt eine sehr schöne, aber auch sehr verantwortungsvolle Zeit. Schließlich soll der kleine Welpe gesund groß werden und muss zu diesem Zweck natürlich eine leckere sowie artgerechte Welpenkost erhalten. Nun aber ist die Frage: wie sollte ein guter Ernährungsplan für Welpen aussehen?

Woraus sollte die Welpenkost bestehen?
Jeder Welpe hat einen individuellen Bedarf an den verschiedensten Nährstoffen wie Protein, Calcium, Phosphor, Magnesium, Eisen, Kupfer, Zink, Vitamin A und so weiter und so fort. Dieser Bedarf muss gedeckt werden, allerdings darf auch keine Überversorgung entstehen.

Der Bedarf an Protein wird mit der Fütterung von Fleisch, Fisch oder Milchprodukten gedeckt. Je nach Körpergröße und Lebensalter variiert der Proteinbedarfs eines Welpens. Dadurch ist die täglich zu fütternde Fleisch-, Fisch- oder Milchproduktmenge abhängig vom Lebensalter und dem zu erwartenden späteren Erwachsenengewicht.
Am Anfang des ersten Lebensjahrs ist der Bedarf an Protein noch relativ hoch. Es wird eine Relation von 15g verdaulichem Rohprotein zu 1 Megajoule umsetzbarer Energie angestrebt. Der Bedarf an Rohprotein sinkt dann aber kontinuierlich ab, so dass im zweiten Halbjahr des ersten Lebensjahrs ein Proteingehalt in der Ration angestrebt wird, wie er auch für erwachsenen Hunde gilt. In diesem zweiten Lebenshalbjahr benötigt ein Welpe in seiner Welpenkost nur noch 10g verdauliches Rohprotein auf 1 Megajoule umsetzbarer Energie.

Das Fleisch kann rotes Fleisch beispielsweise von Rind, Lamm oder auch Hirsch sein. Schwein kann ein Hund auch fressen, aber nur, wenn es gründlich durchgegart wird. Rohes Schweinefleisch kann mit einem Virus befallen sein, der für Hunde tödlich ist. Durch das Kochen wird dieses Virus aber abgetötet und ist für Hunde nicht mehr infektiös.

Weißes Fleisch von Huhn oder Pute darf ein Welpe ebenfalls fressen. Auch Ente oder Gans sind für einen Welpen geeignet. Rohes Geflügelfleisch kann mit Salmonellen belastet sein, die einen Welpen nicht unbedingt erkranken lassen. Allerdings kann ein Welpe nach Verzehr von rohem Geflügelfleisch zu einem sogenannten Ausscheider werden; das heißt, dass mit dem Kot und über die Maulhöhle Salmonellen ausgeschieden werden, mit denen sich der Mensch infizieren kann. Daher muss bei rohem Geflügelfleisch unbedingt eine gute Hygiene unter Einhaltung der Kühlkette bewahrt werden.

Bei Fisch ist zu beachten, dass manche Fische im rohen Zustand ein Enzym enthalten, welches Vitamin B1 spaltet. Hering, Kabeljau, Makrele oder auch Karpfen sowie Hecht enthalten beispielsweise dieses Enzym, die sogenannte Thiaminase. Durch Kochen wird dieses Enzym inaktiviert, so dass Welpen die genannten Fischsorten nur gekocht fressen dürfen.
Lachs sollte aufgrund seines relativ hohen Vitamin D - Gehaltes nicht als alleinige Proteinquelle für Welpen eingesetzt werden.

Milchprodukte können in einem gewissen Umfang in einem Welpen - Ernährungsplan verwendet werden. Je älter Welpen werden, desto geringer kann aber deren Fähigkeit werden, Milchzucker im Darm zu spalten. Wenn nicht mehr genug Milchzucker gespalten werden kann, sollte entweder die Menge an Milchprodukten reduziert oder auch laktosefreie Produkte gewechselt werden.

Der Energiebedarf ist zum einen rasseabhängig, wird aber auch maßgeblich durch den Lebensmonat und das zu erwartende spätere Endgewicht bestimmt. Der Ernährungsplan für Welpen muss im ersten Lebensjahr regelmäßig an den geänderten Bedarf an Protein, Energie und anderen Nährstoffen angepasst werden.

Der Energieversorgung muss besondere Aufmerksamkeit zuteil werden, da beispielsweise eine Knorpelkrankheit, die Osteochondrosis dissecans (OCD) unter anderem durch eine zu große Energiezufuhr entstehen kann. Idealerweise wird im ersten Lebensjahr eine Wachstumskurve für den Welpen angefertigt, mit der die Gewichtszunahmen kontrolliert werden. Bei einer Abweichung kann rechtzeitig die Futtermenge für den Welpen nach oben oder unten korrigiert werden. Welpen werden bei einer zu großen Energieversorgung in der Regel nicht dick, sondern wachsen schneller - sehr riskant für die Knorpelgesundheit.

Da Fleisch, Fisch oder Milchprodukte nicht nennenswert Energie liefern, benötigt der Welpe noch energiereiche Lebensmittel, damit sein Energiebedarf gedeckt wird. Dies sind zum einen Öle und Fette. Zum anderen werden stärkehaltige Lebensmittel sehr gerne von den Welpen angenommen und liefern neben Energie auch wichtige Nährstoffe. Dies sind beispielsweise Kartoffeln, Süßkartoffeln, Pastinaken oder auch weichkochende Milchreis-Sorten.

Fassen wir also einmal zusammen: ein Essensplan für Welpen muss Fleisch, Fisch und/oder Milchprodukte für die Proteinversorgung beinhalten. Dann kommen noch tierische Fette und pflanzliche Öle für die Abdeckung von Energie und essentiellen Fettsäuren sowie stärkehaltige Lebensmittel zur restlichen Energieversorgung und Abdeckung weiterer wichtiger Nährstoffe hinzu.

Fehlen noch Ballaststoffe für eine gesunde Darmflora und adäquate Darmperistaltik. Dies wird mit der Fütterung von Obst und Gemüse erreicht. Manche Besitzer füttern auch Weizenkleie oder Flohsamenschalen an ihren Welpen, dies ist aber bei einer normalen Welpenkost nicht nötig.

Nun müssen noch restliche fehlende Nährstoffe nach Bedarf ergänzt werden. Je nach gefütterten Lebensmitteln wird ein Welpe unterschiedlich mit Nährstoffen versorgt. Daher kann auch kein Ergänzungspräparat universell bei allen Welpen zur Ergänzung der Welpenkost eingesetzt werden. Kleines Beispiel zur Veranschaulichung: in einer Ration für einen Welpen mit Rind, Haferflocken, Nudeln und Karotten sowie Hanföl fehlt unter anderem Magnesium. Wird für einen Welpen aber eine Welpenkost mit Pute, Amaranth, Hirse, Karotten sowie Hanföl gekocht, ist Magnesium absolut ausreichend in der Welpenkost enthalten. Fall 1 benötigt also ein Ergänzungsprodukt mit Magnesium, Fall 2 aber eines ohne Magnesium.

Ein weiterer zu beachtender Punkt in der Welpenfütterung ist die bedarfsdeckende Versorgung mit Calcium und Phosphor sowie das korrekte Verhältnis zwischen Calcium und Phosphor. Der Gehalt und das Verhältnis sind wichtig für ein gesundes Skelettsystem, damit der Welpe auch später im Erwachsenen- und Seniorenalter noch fröhlich mit gesunden Knochen und Gelenken spielen und hüpfen kann. Außerdem müssen neben Calcium und Phosphor auch die Gehalte an Kupfer und Zink beachtet werden, welche ebenfalls an der Knochen- und Gelenkbildung beteiligt sind.

Rezepte für Welpenkost müssen also mit viel Umsicht und Fachwissen erstellt werden, damit aus dem Welpen ein agiler, fröhlicher und vor allem gesunder Hund wird. Nach individuellen tierärztlichen Ernährungsplänen hergestellte Eigenmischungen sind als Hundefutter für Welpen eine echte Alternative zu Fertigfutter, welche dem Besitzer volle Kontrolle darüber bietet, was im Hundenapf von seinem kleinem Weggefährten landet.
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Autor:

Tierärztin Cornelia M. Bauer


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