Diätfutter für Hunde

(Fast) jeder Hundebesitzer stolpert irgendwann im Leben seines Hundes über das Wort "Diätfutter". Sei es, weil der Tierarzt ihm sagt, dass sein Hund nun Diätfutter benötigt oder weil er in der Futterhandlung über das Schild "Diäfutter für Hunde" stolpert. Der Begriff Diätfutter ist aber ein wenig zweideutig, so dass dem einen oder anderen Hundebesitzer nicht ganz klar ist "Was verbirgt sich eigentlich hinter Diätfutter für Hunde"?

Was versteht man unter Diätfutter für einen Hund?
Mit Diätfutter kann entweder eine klassische Diät, also eine Reduktionsdiät bei Übergewicht, gemeint sein.
Andererseits wird aber auch bei Erkrankungen eine spezielle Diät zur Behandlung notwendig. So kann ein völlig normalgewichtiger Hund ein Diätfutter gegen Nierenversagen bekommen.

Wann benötigt mein Hund Diätfutter?
Wenn ein Hund beispielsweise so dick geworden ist, dass weder eine Taille sichtbar geschweige denn Rippen mit flacher Hand fühlbar sind, ist dieser Hund ein klarer Fall für eine Hundediät! Übergewicht ist ungesund, kann verschiedene metabolische Erkrankungen wie Diabetes mellitus auslösen und belastet Gelenke sowie das Herz-Kreislauf-System zu stark. Mehr als ein Grund also, die überflüssigen Pfunde wieder los zu werden. Zu diesem Zweck gibt es für einen Hund Diätfutter verschiedener Hersteller. In diesem Fall ist mit Diätfutter tatsächlich das gemeint, was eine Diät beim Menschen ist: ein Hundefutter zum Abnehmen. Diese Diät - Hundefutter sind meist beispielsweise mit den Wörtern "light", "weight control" oder "Reduktionsdiät" gekennzeichnet. Ebenfalls weniger Energie als normales Hundefutter beinhalten Diätfutter mit dem Zusatz "sterilised". Sinn dahinter ist, dass unfruchtbar gemachte (= sterilisierte oder kastrierte) Hunde weniger Energie verbrauchen. Bekommen kastrierte oder sterilisierte Hunde normales Hundefutter, gehen sie buchstäblich auf wie ein Hefeteig, so stark ist die Gewichtszunahme. Diese Hunde benötigen also dauerhaft ein energiereduziertes Hundefutter.
Ein spezielles Hundefutter für eine Hundediät zu verwenden, ist durchaus sehr sinnvoll. Ein Hund hat einen individuellen Bedarf an verdaulichem Rohprotein, Calcium, Kupfer, Zink, Vitamin A und so weiter. Wird diesem Hund ein qualitativ hochwertiges Hundefutter nach Herstelleranweisung gefüttert, sollte dieser Hund mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt werden. Wird nun zwecks Abnehmen dem Hund weniger Hundefutter gefüttert, erhält dieser Hund zwar weniger Energie, aber eben auch weniger Nährstoffe. Es kann daher passieren, dass dieser Hund mit lebenswichtigen Nährstoffen unterversorgt wird. Eine Diät für Hunde ist daher energiereduziert und versorgt den Hund trotzdem mit den notwendigen Nährstoffen.

Unter Diätfutter für einen Hund wird aber, wie oben schon erwähnt, noch etwas anderes verstanden: eine spezielle Diät wird auch bei verschiedenen Erkrankungen gefüttert. Je nach Krankheit gibt es eine andere Diät, die der Behandlung der jeweiligen Krankheit dient. Selbst bei Harnsteinen gibt es verschiedene Diätfutter für Hunde, die je nach diagnostizierter Steinart gefüttert werden müssen. Wird einem Hund mit Kalziumoxalatsteinen beispielweise nicht das korrekte Diätfutter für Hunde gegen diese Steinart, sondern beispielsweise gegen Struvitsteine gefüttert, kann dies die Bildung von Kalziumoxalatsteinen sogar noch verstärken! Bekommt der Hund aber das richtige Diätfutter gegen Kalziumoxalatsteine, kann allein über dieses spezielle Diätfutter eine Heilung erreicht werden.

Wie lange muss ich Diätfutter für meinen Hund füttern?
Die Fütterungsdauer von Diätfutter ist sehr unterschiedlich. Wird das Diätfutter als Diät für Hunde zum Abnehmen gefüttert, kann zur Erhaltung des Idealgewichts von dem Hund auf ein normales Hundefutter gewechselt werden.
Anders sieht es bei Erkrankungen aus: manche Erkrankungen erfordern eine lebenslange Fütterung von der speziellen Hundefutter - Diät. Bei einer chronischen Nierenerkrankung beispielsweise ist das Diätfutter so in seinem Nährstoffgehalt konzipiert, dass die Nierenfunktion optimal geschont wird. Dadurch kann eine erhebliche Verlängerung der Lebenszeit bei gesteigerter Lebensqualität erreicht werden.
Bei beispielsweise Harnsteinen, Allergien oder auch Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse benötigt ein betroffener Hund ebenfalls lebenslang sein spezielles Diät - Hundefutter. Der besondere Nährstoffgehalt der jeweiligen Diät verhindert das erneute Auftreten der Erkrankung. Bekommt der erkrankte Hund aber wieder ein normales Hundefutter, flammt die Erkrankung umgehend wieder auf.

Mein Hund mag Diätfutter nicht. Was mache ich nun?
Es kommt gar nicht so selten vor, dass ein Hund sich weigert, das Diätfutter (egal, von welchem Hersteller) zu fressen. Getreu dem Motto "Friss deine Mehlkugeln und dein Dosen-Mus doch selber!" tritt ein Hund in den Hungerstreik. Kein Wunder, dass so mancher Besitzer gelegentlich vor Frust am liebsten laut Schreien möchte!
Diese Situation ist eine ziemliche Zwickmühle, da das Diätfutter lebensnotwendig ist. Wie schön wäre es doch, gleichzeitig eine leckere, gesunde Futtermischung für den Hund zu haben und eine Krankheit bzw. das Übergewicht trotzdem zu behandeln! Eine Alternative zu kommerziellen Diätfutter - Produkten ist das selber Mischen von Diätfutter. Das muss gar nicht so viel aufwendiger als Fertigfutter sein. Da dabei auf die geschmacklichen Vorlieben und Abneigungen von dem Hund eingegangen wird und das Hundefutter frisch ist, fressen die meisten Hunde diese Mischung lieber. Zudem ist eine deutlich exaktere Nährstoff-Versorgung gewährleistet, was mit einem fertigen Diätfutter nicht möglich ist, da dieses für große und kleine Hunde, Windhunde, Hütehunde, etc. passen muss. Für diese Art und Weise an Diätfutter wird speziell für den jeweiligen Hund von einem spezialisierten Tierarzt (wie beispielsweise dem Futter - Tierarzt XaraVet) ein Ernährungsplan erstellt, der die jeweilige Erkrankung und die besonderen Nährstoffansprüche des jeweiligen Hundes berücksichtigt. Heraus kommt eine genaue Fütterungsanweisung, welche Komponente in welcher Menge pro Tag zu füttern ist.

Lesenswerter interner Link:
Diätfutter für einen übergewichtigen Hund selber kochen


Autor:

Tierärztin Cornelia M. Bauer


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