Ungesunde und giftige Futtermittel

Avocado
aufgeschnittene Avocado Avocados sind für Hunde sehr giftig. Durch die Verfütterung von Avocados kommt es zu einem Absterben von Herzmuskel-Gewebe (Myokard-Nekrose).
Außerdem bekommen Hunde, die gerade Milch geben (also Junge großziehen) eine sterile (= nicht-infektiöse) Entzündung der Milchdrüse (Mastitis). Diese Entzündung geht einher mit einem kompletten Versiegen der Milch.

Eier
Eier enthalten im Eiklar einen Eiweiß-Hemmstoff, der die Eiweißverdauung stört. Außerdem befindet sich im Eiklar Avidin. Avidin bindet Biotin, wodurch es zu einem Biotin-Mangel kommen kann. Aus diesen Gründen müssen rohe Eier maßvoll gefüttert werden. Maßvoll bedeutet nicht mehr als zwei bis drei rohe Eier pro Woche.
Werden die Eier gekocht verfüttert, bestehen die Probleme nicht, da sowohl der Eiweiß-Hemmstoff als auch das Avidin durch Hitze inaktiviert werden.

Fisch
Fisch wird gerne gefressen und enthält viele gesunde omega-3-Fettsäuren.
Roher Fisch enthält aber auch ein Enzym (Thiaminase), welches Vitamin B1 spaltet. Außerdem befindet sich in rohem Fisch ein Stoff, der Eisen bindet.
Wird also viel roher Fisch gefüttert, entwickelt sich ein Vitamin B1-Mangel und eine Anämie (Blutarmut).
Kochen inaktiviert diese Stoffe, so dass gekochter Fisch unbedenklich verfüttert werden kann.

Fleisch
Fleisch ist im eigentlichen Sinne kein ungesundes Futtermittel. Im Gegenteil, Hunde können ohne Fleisch nicht leben. Wird allerdings ausschließlich Fleisch ohne Ballaststoffe gefüttert, kann es leicht zu einer bakteriellen Fehlbesiedelung im Darm kommen.
Das bedeutet, dass sich "schlechte" krankmachende Bakterien wie zum Beispiel Clostridien vermehrt ansiedeln und die "guten" Bakterien verdrängen.
Dies tritt vor allem bei der Verfütterung von viel bindegewebereichem Fleisch auf. Bindegewebereiches Fleisch ist zum Beispiel Euter, Lunge, Milz, Sehnen.
Aus diesem Grund sollten Fleischmahlzeiten immer mit Ballaststoff-reichem Futter gefüttert werden. Zum Beispiel mit gekochten Kartoffeln, Haferflocken, Reis, Möhren,....

aufgeschnittene Nektarine Kerne von Steinobst (Aprikosen, Pfirsiche, Pflaumen, Nektarinen)
Steinobst-Kerne enthalten giftige Blausäure, die beim Zerkauen der Kerne austritt. Werden die Kerne nicht zerkaut, sondern intakt heruntergeschluckt, können sie im Darm steckenbleiben und einen lebensbedrohlichen Darmverschluß hervorrufen.

Knoblauch, (Schnitt-)Lauch, Zwiebeln
Knoblauch, Schnittlauch, Lauch und Zwiebeln ist gemein, dass sie eine Anämie und eine Reizung der Schleimhäute im Magen-Darm-Trakt hervorrufen. Bei Zwiebeln wurden diese Symptome ab einer Menge von 5g Zwiebeln pro kg Körpergewicht beobachtet.

Knochen
Knochen sind eine gute Kalzium-Quelle und werden von vielen Hunden gerne gefressen. Grundsätzlich dürfen Knochen aber in nicht zu großer Menge gefüttert werden. Ansonsten entsteht der gefürchtete Knochenkot, der so hart ist, dass die betroffenen Tieren erhebliche Schmerzen beim Kotabsatz haben. Als Faustregel gilt: maximal 10g Knochen pro kg Körpergewicht.
Sehr gut geeignet sind Brustbein und Rippen von jungen Tieren. Knochen von Geflügel und Wildtieren splittern leicht, vor allem wenn die Knochen gekocht sind oder es sich um Röhrenknochen (zum Beispiel Oberschenkel) handelt. Die Knochensplitter können sehr leicht die Magen- und/oder Darmwand perforieren, was schnell zu lebensbedrohlichen Zuständen führt.

Macadamianüsse
Sind nur für Hunde giftig, nicht für Katzen. Unklar ist, warum Macadamianüsse von Hunden nicht vertragen werden.

Milch & Milchprodukte
Milch enthält den Milchzucker (Laktose). Jungtiere können die Laktose aufspalten, verlieren diese Fähigkeit aber mehr oder weniger im Laufe ihres Lebens. Die Folge ist Durchfall.
Aus diesem Grund muss bei erstmaliger Fütterung erst ausgetestet werden, wie viel Milch der jeweilige Hund verträgt. Generell sollten aber nicht mehr als 20 - 40 ml Milch pro kg Körpergewicht am Tag gefüttert werden. Milchprodukte wie Quark und Dickmilch können in etwas größerer Menge angeboten werden, da sie weniger Laktose enthalten.

Pralinen Schokolade, Kakao, Tee, Kaffee
Weiße Schokolade stellt kein Problem dar, da sie kein Coffein und Theobromin enthält. Je dunkler die Schokolade ist, umso mehr Theobromin enthält sie. Theobromin und Coffein kann von Hunden nicht so verstoffwechselt werden, wie der Mensch es kann. Symptome treten auf ab 2g sehr dunkler Schokolade pro kg Körpergewicht bzw. ab 30g Milchschokolade pro kg Körpergewicht.

Schweinefleisch
Schweinefleisch (auch Wildschweinfleisch) darf nicht roh verfüttert werden, da bei Schweinen die Krankheit Aujeszky vorkommt. Wenn Hunde sich mit diesem Virus infizieren, verläuft die Erkrankung immer tödlich.
Aus diesem Grund darf nur gut durcherhitztes Schweinefleisch verfüttert werden.

Weintrauben, Rosinen
Werden größere Mengen an Weintrauben und/oder Rosinen von Hunden gefressen, kann es zu Nierenversagen kommen. Bisher ist noch unklar, warum manche Tiere auf Weintrauben bzw. Rosinen stärker reagieren als andere.

Lesenswerte Links:
- Tierarzt für Ernährung

Quellen:

„Giftige Pflanzen für Klein- und Heimtiere“, Kupper, Demuth, 2013
„Ernährung des Hundes“, Meyer, Zentek, 5. Auflage
Toxikologie-Datenbank der Universität Zürich, www.clinitox.ch, abgerufen am 12.11.2015
Foto Avocado: "inside the beast" von Darwin Bell, Some rights reserved, www.piqs.de
Foto Nektarine: "nectarine-heart at sunset" von Mary, Some rights reserved, www.piqs.de
Foto Schokolade: "Pralinen" von Konstantinos Dafalios, Some rights reserved, www.piqs.de


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