Hefe im Hundefutter

Hefen sind wertvolle Zutaten in einem Hundefutter, da sie Lieferant von Vitaminen sind. Sie stammen zum Teil aus der Brauerei (wie z.B. Bierhefe) oder werden auf einem Kulturmedium z.B. aus Melasse, Molke oder Getreide vermehrt. Hefen enthalten neben B-Vitaminen auch viel Eiweiß. Allerdings entfallen bis zu 5 - 10% des Eiweißes auf Nukleinsäuren (purinreich). Dalmatiner Nukleinsäuren begünstigen bei einigen Rassen (beispielsweise beim Dalmatiner, Schwarzer Russischer Terrier) die Bildung von Harnsteinen. Daher sollten Hunde, die mit Harnsteinen zu kämpfen haben, wenig bis gar keine Hefe zu sich nehmen.

Hefen werden aber auch als Probiotika vor allem in der Pferde- und Wiederkäuerfütterung eingesetzt. Bei diesen Hefen handelt es sich um lebende Kulturen, während bei einem Einsatz als Nährstofflieferant die Hefe durch Hitze inaktiviert wurde.

Bei der Futterauswahl für ein Tier mit einer Nahrungsmittelunverträglichkeit bzw. -allergie ist zu berücksichtigen, dass in Hefen (je nach Herstellungsprozess) Spuren von Laktose, Milchprotein, Gerste und anderen Getreidesorten enthalten sein können. Natürlich kann wie bei jedem Lebensmittel auch auf die Hefe selbst eine Allergie ausgebildet werden.

Ist die Hefe im Hundefutter extrahiert, enthält sie natürlicherweise freie Glutaminsäure (Glutamat). Glutamat ist ein Geschmacksverstärker. In der "normalen" nicht extrahierten Hefe ist die Glutaminsäure ein fest eingebauter Bestandteil des Eiweiß, so dass es zu keiner geschmacksveränderten Wirkung kommt.
Allerdings ist zu beachten, dass auch andere eiweißhaltige Lebensmittel in geringer Menge natürlich vorkommendes Glutamat enthalten, wenn die Eiweiße entsprechend "geknackt" sind. Dazu zählen
hydrolysiertes Sojaprotein,
hydrolysiertes Weizengluten oder Maisgluten,
Algen und Seetang,
Tomaten getrocknet,
Parmesankäse,
Proteinhydrolysat,
Fischmehl und
hydrolysiertes Milcheiweiß.

Da Glutamat in dieser Form natürlicherweise enthalten ist, muss es nicht mit einer E-Nummer als Zusatzstoff gekennzeichnet werden.

Wer nun auf den Geschmacksverstärker Glutamat verzichten möchte, muss nicht nur hefefreies Hundefutter kaufen, sondern auch Hundefutter ohne hydrolysierte Bestandteile.

Lesenswerte interne Links:
Hefefreies Hundefutter für erwachsene Hunde oder
Hefefreies Hundefutter für Welpen und Junghunde
Hefefreies Hundefutter für alte Hunde


Autor:

Tierärztin Cornelia M. Bauer


Quellen:

"Ernährung des Hundes", Meyer, Zentek, 5. Auflage
"Richtig einkaufen ohne Glutamat", Martin, 2012
reformhaus-fachlexikon.de, Hefe (abgerufen: 04.04.2015)
Wikipedia, Hefen (abgerufen: 04.04.2015),
Foto: "Dalmatiner Porträt" von Eva Lechner, Some rights reserved, www.piqs.de


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